Peter Pilz: Das Politfossil aus dem Gemeindebau könnte zum Totengräber der Grünen werden.

Bild: Peter Pilz / wikipedia.org (CC-by-sa)
Wenn Pilze aus dem Boden schießen – die eigenartige Karriere eines Selbstdarstellers

Nach langem Herumlavieren hat sich das Politfossil Peter Pilz nun also doch entschlossen, mit einer eigenen Liste bei der Nationalratswahl im Oktober anzutreten.

Prototyp der K-Kader

Er sonnte sich schon immer gerne in der medialen Sonne. Vor allem als „Aufdecker“ wollte er gelten. Doch seine „Stories“ verliefen nach anfänglichem Mediendonner dann meist im Sande. Peter Pilz deckte nie einen Skandal auf, wie es etwa Hans Pretterebner mit dem Fall Lucona tat. Nein, dort naschte er nur mit, schrieb über den von Udo Proksch versenkten Frachter eine Serie im linken Falter und strengte einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss an, der keine wesentlichen neuen Fakten lieferte. Seine Rolle als Aufdecker kultivierte Pilz lediglich über die Medien, jedoch in keinem Fall über den Rechtsweg.

Peter Pilz zeichnete sich in seiner langen politischen Karriere stets als Giftpilz aus: gegen den Staat und gegen Kritiker, auch jene aus der eigenen Partei.

Sein Lebensinhalt der letzten Jahre waren die Eurofighter-Untersuchungsausschüsse. Pünktlich vor jeder Nationalratswahl. Immer gegen die Landesverteidigung.

Pilz ist nur Pilz

Die Grünen, die immer auf ihr Rotationsprinzip stolz waren, vergaßen scheinbar auf Peter Pilz: Seit Jahren sitzt der 63-jährige studierte Volkswirt und Gemeindebaubewohner für diese Partei, aber viel mehr für sich selbst im Nationalrat, mit kurzer Unterbrechung für ein Mandat im Wiener Gemeinderat.

Als Pilz im Frühjahr 2017 die enorme Anzahl an illegalen Doppelstaatsbürgerschaften türkischer Einwanderer kritisierte, war es wohl mit der Sympathie der eigenen Parteigenossen vorbei; denn nicht wenige in den grünen Reihen freut dieser Rechtsbruch, von dem sie zu profitieren erwarten (nur tun das halt die Roten auch).

Islam-Kritik als „Scheidungsgrund“

In der ZiB2 gestern, Dienstag, erklärte er denn auch seine kritische Einstellung gegenüber dem „politischen Islam“ als einen der Hauptgründe für das Zerwürfnis mit den Grünen. Da half ihm auch seine Vernetzung, etwa über seinen Doktorvater Alexander van der Bellen, nichts mehr.

Mitte Juli 2017 war es dann so weit. Nach der Niederlage bei der Listenerstellung für die Nationalratswahl wurde der Selbstdarsteller, der sich nie für Ökologie begeistert hatte, aus der Grünen Partei entlassen.

Der  grüne Klubchef Albert Steinhauser stellte klar: Die Grünen seien „immer mehr als eine One-Man-Show“ gewesen, womit er Pilz´ Egotrip offen kritisierte.

Pilz könnte für Sensation sorgen

Im medialen Sommerloch kann Pilz noch sein Ein-Mann-Stück zum Besten geben, aber wenn die Meinungsumfragen die Stimmungslage im Volk richtig einschätzen, dann wird der ehemalige Bundessprecher der Grünen vielleicht für die größte Sensation seiner Politkarriere sorgen: wenn im neuen Nationalrat weder die einen noch die anderen Grünen vertreten sein werden.

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