Neue Taktik: Schalten NGO-Schlepperschiffe im Mittelmeer ihre Ortung ab?

Kurz vor den libyschen Hoheitsgewässern schaltete ein Schiff der NGO "Open Arms" scheinbar seine Tracking-Systeme ab. Foto: zVg
Kurz vor den libyschen Hoheitsgewässern schaltete ein Schiff der NGO "Open Arms" scheinbar seine Tracking-Systeme ab.
Foto: zVg
6. August 2017 - 12:00

Die Schlepper-NGOs im Mittelmeer geraten zunehmend in Bedrängnis. Nicht nur wurde ein verlangter Verhaltenskodex der EU von Seiten der NGOs abgelehnt, auch Ermittlungen der italienischen Staatsanwaltschaft gegen die deutsche NGO "Jugend rettet" wurden aufgrund des Verdachts der Kooperation mit Schleppern eingeleitet. Doch die NGOs ändern ihre Taktik.

Schalten NGO-Schiffe Radarortung ab?

Wie aufmerksame unzensuriert-Leser erneut via der Seite MarineTraffic.com nachverfolgt haben, schalten NGO-Schiffe anscheinend ihre Tracking-Systeme kurz vor der libyschen Seegrenze ab, um nicht mehr geortet und so folglich der Schlepperei überführt werden zu können. In einem konkret nachgverfolgten Fall handelt es sich erneut um die spanische Flüchtlings-NGO "Proactiva Open Arms". 

Das Schiff der NGO befand sich am 5. August auf Kurs Richtung Libyen. Kurz vor der Seegrenze wurde dann der sogenannte AIS Transponder scheinbar für ganze drei Stunden abgeschaltet. Zu diesem Zeitpunkt war die NGO nur 14 Seemeilen vom Festland entfernt. Wo genau das Schiff danach hinfuhr, hätte man nachverfolgen können, wenn der Transponder nicht ausgeschalten gewesen wäre.

Bei einem anderen unserer Redaktion zugespielten Screenshot sieht man das Schiff von "Open Arms" knapp vor der Zwölf-Seemeilen-Grenze, also libyschen Hoheitsgewässern, fahren. Man kann nur vermuten, dass immer wieder ohne Ortung in die libyschen Hoheitsgewässer eingedrungen wird.

Doch nur "fehlerhafter Tracking-Dienst"?

Twitter-Nutzer meinten angesichts des über drei Stunden fehlenden Signals, es könnte auch an den kostenlosen Tracking-Diensten im Internet, wie eben MarineTraffic.com, gelegen haben. Diese würden hin und wieder einfach Mess-Daten der Schiffe weglassen oder nicht nachvollziehbare Datenpunkte der Schiffe übermitteln. Auf dem ebenfalls kostenlosen Tracking-Dienst Vesselfinder.com, war die Route des Open Arms Schiffes schließlich nachvollziehbar. Zu sehen ist jedenfalls, wie das NGO-Schiff erneut, wenn auch nur kurz, in das libysche Hoheitsgewässer eingedrungen ist.

NGO drang bereits in libysche Gewässer ein

Unzensuriert berichtete bereits Ende Juli über das Eindringen der spanischen NGO in libysches Gewässer, um "Flüchtlinge" nach Italien zu bringen. Die Routen wurden damals ebenfalls genau via MarineTraffic.com nachverfolgt. 

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