Merkwürdig: Butter verteuerte sich einheitlich in allen Handelsketten um 30 Cent

Die Butter auf dem Brot kostet jetzt mehr. Sie hat sich einheitlich in allen Geschäften um 30 Cent verteuert. Foto: Unzensuriert.at
Die Butter auf dem Brot kostet jetzt mehr. Sie hat sich einheitlich in allen Geschäften um 30 Cent verteuert.
Foto: Unzensuriert.at
12. August 2017 - 13:40

Mehr zum Thema

Wer sich Butter aufs Brot schmiert, ist seit einigen Wochen der Angeschmierte. Er muss nämlich für das Grundnahrungsmittel - und zwar für die Billigbutter, die Handelsketten als Eigenmarken anbieten - tiefer ins Börserl greifen. Kurios dabei: Merkur, Hofer, SPAR und Penny haben ihre Butter einheitlich von 1,89 Euro auf 2,19 Euro für ein Viertelkilo angehoben.

Gleicher Preis in allen Geschäften

Ein Unzensuriert.at-Leser hat sich die Mühe gemacht und die Handelsriesen abgeklappert, um zu schauen, wer denn die billigste Butter hat. Sein Ergebnis war überraschend: Überall der gleiche Preis, überall der gleiche Preisanstieg. Plötzlich ist vom freien Wettbewerb keine Rede mehr und zurecht fragte der selbsternannte Butter-Tester: "Sind wir im Kommunismus?"

Unzensuriert.at hat bei Hofer und SPAR nachgefragt, wie diese Teuerung zustande kam. Von SPAR war bis zu Redaktionsschluss keine Stellungnahme eingegangen, die Firma Hofer erklärte uns den Preissprung, der konkret am 3. Juli erfolgte, so:

Im Fall der von Ihnen angesprochenen Milfina Teebutter 250 g liegt eine deutliche Milchpreiserhöhung vor. Von der Anhebung des Butterrohstoffpreises ist jedoch nicht nur Hofer, sondern ganz Europa betroffen. Wir haben natürlich versucht, diese so weit als möglich aufzufangen und nicht bzw. so spät wie möglich an unsere Kunden weiterzugeben. Bei einer derartigen Milchpreissteigerung - wie dies aktuell der Fall ist - sehen wir uns leider gezwungen, diese im Rahmen einer Verkaufspreisanpassung an unsere Kunden weiterzugeben.
 
Vorrangiges Ziel unserer Preispolitik ist es, unseren Kunden weiterhin größtmögliche Vorteile zu verschaffen und beste Qualität zum günstigsten Preis anzubieten. Das heißt im Umkehrschwung auch: Dort, wo wir die Möglichkeit sehen, Preissenkungen aufgrund nationaler oder internationaler Entwicklungen durchzuführen, geben wir diese Preisvorteile umgehend und konsequent an unsere Kunden weiter.

Hat es Preisabsprachen gegeben?

So oder so ähnlich werden wohl auch die Stellungnahmen anderer Handelsketten klingen. Merkwürdig ist, wie alle Anbieter bei ihrer Kalkulation auf den Preis von 2,19 Euro kommen. Hat es da zwischen den Lebensmittelhändlern Preisabsprachen gegeben?

Im Wahlkampf, in dem Millionen an Werbung in den Mainstream fließen, werden sich SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern und ÖVP-Chef Sebastian Kurz um die 30-Cent-Teuerung bei der Butter nicht scheren. Ein Bezieher der Mindestsicherung wird das bei seinem Einkauf aber zu spüren bekommen.

Wollen Sie täglich per Mail über die neuesten Artikel informiert werden? Hier können Sie sich anmelden.
Gefällt Ihnen unsere Berichterstattung? Dann unterstützen Sie uns mit einer Spende:
IBAN: AT581420020010863865, BIC: EASYATW1, Unzensuriert.at
SPENDEN
in

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.