Nigeria: 31-Millionen-Euro Anwesen der Ex-OPEC-Chefin Madueke beschlagnahmt | Unzensuriert.at

Nigeria: 31-Millionen-Euro Anwesen der Ex-OPEC-Chefin Madueke beschlagnahmt

Diezani Alison-Madueke ist eines der Symbole für die Korruption einer schwarzen Oberschicht in Afrika.  Foto: World Economic Forum / Wikimedia (CC-BY-SA-2.0)
Diezani Alison-Madueke ist eines der Symbole für die Korruption einer schwarzen Oberschicht in Afrika.
Foto: World Economic Forum / Wikimedia (CC-BY-SA-2.0)
14. August 2017 - 15:18

Ein neuer Korruptionsskandal erschüttert Schwarzafrika. In Nigeria wurde ein feudales Anwesen der ehemaligen Erdölministerin und OPEC-Chefin Diezani Alison-Madueke, aktueller Immobilienwert rund 31 Millionen Euro, durch die Gerichtsbehörden beschlagnahmt. Die Ex-Ministerin selbst befindet sich derzeit gegen Kaution noch auf freiem Fuß. Der Komplex aus Luxuswohnungen soll durch Madueke mit veruntreutem Geld finanziert worden sein. Neben dem feudalen Immobilienbesitz soll Madueke auch rund zwei Millionen Euro an Mieterträgen, die sie durch das Anwesen eingenommen hat, herausrücken.

Das veruntreute Geld soll aus staatlichen Einnahmen der Erdölförderung in Nigeria stammen, die von Madueke im Rahmen eines kriminellen Netzwerkes abgezweigt worden sind. Neben Ermittlungen in Nigeria werden auch wirtschaftliche Verbindungen in den USA, in Italien und in Großbritannien durch die Behörden untersucht.

Madueke: Schützling von Ex-Präsident Goodluck Jonathan

Madueke war Schützling des nigerianischen Ex-Präsidenten Goodluck Jonathan. Er hatte sie seinerzeit auch zur Erdölministerin gemacht und ihre Funktion als Vorsitzende der OPEC aktiv unterstützt. Im Jahr 2015 endete Maduekes Karriere allerdings, als erste Verdachtsmomente in Sachen Korruption aufgetreten waren. In Nigeria, aber auch in anderen schwarzafrikanischen Staaten gehört Korruption und Vetternwirtschaft zur politischen Kultur.

Erst in der vergangenen Woche überstand der ebenfalls als korrupt geltende Staatspräsident von Südafrika, Jacob Zuma, eine Misstrauensabstimmung im dortigen Parlament. Zuma hat gemeinsam mit der Staatspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) seit zehn Jahren mit Vettern- und Günstlingswirtschaft immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. 

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