Kriminalität: Osteuropäische Banden arbeiten wieder mit Gaunerzinken | Unzensuriert.at

Kriminalität: Osteuropäische Banden arbeiten wieder mit Gaunerzinken

Gaunerzinken werden von osteuropäischen Diebs- und Bettlerbanden wieder gerne eingesetzt.  Foto: Uli Himstedt / Wikimedia (CC-BY-SA-4.0)
Gaunerzinken werden von osteuropäischen Diebs- und Bettlerbanden wieder gerne eingesetzt.
Foto: Uli Himstedt / Wikimedia (CC-BY-SA-4.0)
24. August 2017 - 17:03

Im Zeitalter des I-Phones setzen osteuropäische Banden immer noch auf gute alte Kommunikationsmittel. Sie verwenden die sogenannten Gaunerzinken, um ihre Bandenmitglieder auf die Fährte von Einbruchsobjekten zu bringen, wo man als Dieb oder Räuber fette Beute machen kann. Statt mit dem Smartphone ein Foto von Haus- oder Wohnungsadressen zu machen und weiterzuschicken, werden die ausgespähten zukünftigen Tatorte mit Zeichen auf der Eingangstür, der Klingeltafel oder dem Briefkasten gekennzeichnet.

Vor allem für Bettler und Einschleichdiebe sind die einfachen Zeichen gedacht, um ihnen das ausgewählte Objekt sichtbar zu machen. So finden sich etwa eigene Zeichen für das Vorhandensein eines scharfen Wachhundes, der Wohnung eines Polizisten, des Vorhandenseins von Geld und Wertgegenständen oder die Anleitung zum Aufdringlichwerden bei den Wohnungsbesitzern.  

Besondere kriminelle Energie gegen Hilflose wird kommunziert

Besondere kriminelle Energie wird in den Gaunerzinken etwa auch gegen Hilflose kommuniziert. So gibt es eigenen Zeichen für alleinstehende Personen, alte Menschen oder das Fehlen eines Mannes im Haushalt . Auch eigene Zeichen für Frömmigkeit, einer Übernachtungsmöglichkeit oder der Übernahme eines Gelegenheitsjobs sind im Zinker-Alphabet vorhanden.

Oft sind es aber auch ganz banale Zeichen, etwa Kunststoff-Streifen von Verschlüssen von Plastikfkaschen, die in der Tür eingeklemmt werden. Sie verraten dem potentiellen Einbrecher, ob seit der Placierung des Streifens jemand die Tür geöffnet hat, oder ob die Wohnungsinhaber verreist sind.

Selbstschutz: Entfernen, Warnen und jedem Fremden misstrauen

Die Polizei rät zur Wachsamkeit. Sollten solche Zeichen wahrgenommen werden, sollte man sie umgehend entfernen, aber auch die Nachbarn und die Polizei informieren. Gleichzeitig lohnt sich auch eine eigentlich früher selbstverständliche Verhaltensweise: Man macht Fremden die Tür nicht auf und gibt keinem Bettler eine milde Gabe oder lässt ihn gar als vermeintlich Durstigen in die Wohnung. Lieber unfreundlich und barsch abweisend sein, das kann viel Ärger ersparen. 

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