Luftraumüberwachung Neu: 99.000 Euro für Beratervertrag im Doskozil-Ministerium geflossen

Rote Tradition in der Landesverteidigung seit Lüdgendorf: Wird auch Hans Peter Doskozil von Korruption in seinem Ressort eingeholt? Foto:  SPÖ Presse und Kommunikation / Wikimedia (CC-BY-SA-2.0)
Rote Tradition in der Landesverteidigung seit Lüdgendorf: Wird auch Hans Peter Doskozil von Korruption in seinem Ressort eingeholt?
Foto: SPÖ Presse und Kommunikation / Wikimedia (CC-BY-SA-2.0)

Neue Gewitterwolken rund um Beraterverträge im Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport (BMLVSziehen jetzt über Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) auf. Bei der Konzeption der sogenannten "Luftraumüberwachung Neu" soll ein Schweizer Militärexperte als Berater des BMLVS zum Zug gekommen sein, der in enger Kooperation mit dem schwedischen Rüstungskonzern SAAB stehen soll.

99.000 Euro für ein Monat Beratung

Verteidigungsminister Doskozil ließ das Beratungsunternehmen Bagira Switzerland AG im Frühjahr 2017 beauftragen, die sogenannte Heeres-Sonderkommission „Aktive Luftraumüberwachung“ zu beraten. Der Vertrag lief von 27. Mai bis 27. Juni, und verschaffte der Bagira Switzerland AG ein Honorar von immerhin 99.000 Euro. Der auf der Beratung fußende Soko-Bericht soll auch die Grundlage für den Eurofighter-Ausstieg gewesen sein.

Bagira-Chef Baumann bei SAAB-Tochterfirma involviert

Chef des Schweizer Beratungsunternehmens Bagira Switzerland AG ist Jakob Baumann, Ex-Leiter des eidgenössischen Bundesamtes für Rüstung. Und Baumann ist auch bei einer SAAB-Tochterfirma involviert. Laut Nachrichtenmagazin Profil fungiert er als Delegierter des Verwaltungsrates des Schweizer Drohnenherstellers UMS Skeldar AG, an welchem Saab mit 47 Prozent beteiligt ist. Zwischen Ende 2015 und dem 31. Mai 2017 war Baumann sogar „Chief Executive Officer“ von UMS Skeldar und damit operativ für die SAAB-Tochter tätig. Jetzt soll es Untersuchungen im BMLVS über diesen Vorgang geben. 

Doskozil gibt sich hier wiederum in eine unheilvolle Tradition. Einer seiner sozialdemokratischen Vorgänger, Verteidigungsminister Lüdgendorf, verlor im Zuge undurchsichtiger Rüstungsgeschäfte in den 1970iger Jahren durch einen angeblichen Freitod sogar das Leben. 

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