Friedrich von Schillers Grabstätte wurde 2006 geöffnet – und offenbarte eine wissenschaftliche Sensation.

Foto: Bild: Friedrich Schiller Archiv / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0-DE)
Weimar: Falscher Schiller-Totenschädel sorgt wieder für Diskussionen

Eine wissenschaftliche Sensation aus dem Jahre 2006 soll jetzt ihren Abschluss finden und sorgt für neue Diskussionen: Der falsche Totenschädel von Friedrich von Schiller in Weimar. In einem wissenschaftlichen Projekt vom Mitteldeutschen Rundfunk Thüringen (MDR) und der Klassik-Stiftung Weimar waren vor elf Jahren zwei Totenschädel aus der Fürstengruft untersucht worden.

Ergebnis der Exhumierung durch die Forschungsgruppe: Keiner der beiden in der Grabstelle gefundenen Schädel gehört dem großen deutschen Dichter. Einer der beiden wurde einem unbekannten Mann zugeordnet, der zweite war gar ein Frauenschädel, mutmaßlich der von Luise von Göchhausen.

Schillers Leichnam hatte bewegte Geschichte 

Der Leichnam von Schiller, der 1805 verstorben war, hatte eine bewegte Geschichte. Zunächst im Kassengewölbe auf dem Weimarer Jakobsfriedhof beigesetzt, wurden die sterblichen Überreste 1826 geborgen, ohne dass man sie tatsächlich zuordnen konnte. Sie fanden dann in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek ihre neue Heimstatt. Dort soll sich Goethe den Schädel Schillers heimlich entliehen haben. Die übrigen sterblichen Überreste sollen im Dezember 1827 in der Fürstengruft zu Weimar bestattet worden sein, wo später auch Goethe beigesetzt wurde.  

Frauenschädel soll wieder begraben werden

Der Frauenschädel soll jetzt wieder seine letzte Ruhestätte in einer Grabstelle finden. Die Klassik-Stiftung Weimar hat dafür das Kassengewölbe auf dem Jakobskirchhof als ursprüngliche Grabstätte ins Auge gefasst. Der männliche Schädel soll weiterhin wissenschaftlichen und musealen Zwecken dienen. Seine physiognomische Ähnlichkeit zu Schillers Kopfform lässt die Forscher vermuten, dass man einen bewussten Austausch vorgenommen habe.

Nun soll er wegen seiner besonderen Bedeutung weiterhin einen exponierten Platz erhalten, etwa im Museum für Ur- und Frühgeschichte, in den Naturhistorischen Sammlungen im Goethehaus oder wieder in der Fürstengruft. 

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