Betriebswirtschaftsstudenten schummelten kollektiv bei Prüfung an der Universität Patras.

Bild: Victoria Daskalou / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
Griechenland: Betrugsverdacht bei Prüfung an Universität Patras aufgedeckt

An der Universität Patras ist ein riesiger Betrugsverdacht aufgekommen. Mehr als 100 Betriebswirtschaftsstudenten sollen bei Prüfungsklausuren exakt dieselben Antworten hingeschrieben haben. Der Verdacht liegt nun nahe, dass bereits im Vorhinein die Fragen unter der Hand, inklusive richtiger Antwortmöglichkeit, weitergegeben oder sogar weiterverkauft worden sind. 

Die griechischen Universitäten genießen grundsätzlich keinen guten Ruf, da dort, wie in anderen Teilen der staatlichen Verwaltung, Freunderlwirtschaft und Korruption herrscht. Viele junge Griechen, die es sich leisten können, gehen daher ins Ausland, um ihre Studien zu absolvieren.

Die Tradition: Griechen betrügen gerne die Obrigkeit

In Griechenland haben Parteibuchwirtschaft, Freunderlwirtschaft und Korruption eine lange Tradition. Dass griechische Politiker die Europäische Union seit vielen Jahren betrogen haben und griechische Steuerzahler den Staat bei ihren Abgabenleistungen hinters Licht führen, ist weltbekannt. Viele Griechen betrügen gerne die Obrigkeit und veranstalten im Verwandten- und Freundeskreis geradezu einen Wettbewerb, wer die öffentlichen Institutionen bei Subventionen oder Steuern noch mehr hintergeht.

Vor allem auch die griechischen Eliten in Politik, Verwaltung und Wirtschaft nehmen bei der Gesetzestreue eine oft sehr großzügige Auslegung der Paragraphen in Anspruch, wie etwa der Steuerfall der Familie und Politikerdynastie Papandreou zeigt. 

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