„Kunstkenner“?: SPÖ-Nationalratsabgeordneter Harald Troch erhält auf Kosten des Bezirks Margareten eine Bühne.

Bild: C Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONIS
Wien-Margareten: Bezirksmuseum wird für SPÖ-Wahlkampf-Auftritt missbraucht

Die SPÖ Wien versteht sich immer noch als Quasi-Eigentümer der Bundeshauptstadt. Dies setzt sie etwa in Wien-Margareten so um, dass ein SPÖ-Nationalratskandidat einen Auftritt bei einer Vernissage-Eröffnung im Bezirksmuseum am 14. September erhält. Der Simmeringer SPÖ-Bezirksobmann und Nationalratsabgeordnete Harald Troch darf bei der Veranstaltung „Zehn Jahre mit Farbe und Pinsel unterwegs“ unter anderem „einführende Worte“ als „Kunstkenner“ im Rahmen der Veranstaltung an die Gäste richten.

Im Nationalrat, wo Troch auch dem Kulturausschuss angehört, hat er jedenfalls in den letzten vier Jahren keinen einzigen Antrag und keine einzige Anfrage zum Thema Kunst und Kultur gestellt, wie man der Statistik des Parlaments entnehmen kann.

FPÖ vermutet Missbrauch des Bezirksmuseums durch SPÖ

Die FPÖ in Wien-Margareten vermutet jedenfalls einen Missbrauch des Bezirksmuseums durch die SPÖ im Zusammenhang mit dem Auftritt von Troch bei der Vernissage, wie Klubobmann Fritz Simhandl zu verstehen gibt:

Eine besondere Art des Missbrauchs von öffentlichen Einrichtungen für den Nationalratswahlkampf der SPÖ findet heute Abend im Bezirksmuseum Margareten statt. Bei der Eröffnung einer Ausstellung wurde ausgerechnet SPÖ-Nationalratsabgeordneter Harald Troch als Festredner eingeladen. Troch, Simmeringer SPÖ-Bezirksparteiobmann und Nationalratskandidat, darf bei dieser Gelegenheit zu den geladenen Gästen sprechen. Wir vermuten, dass Buffet und Getränke nicht aus dem Wahlkampfbudget der SPÖ, sondern aus dem des Bezirks und damit dem Topf der Allgemeinheit bezahlt werden.

Wo die SPÖ die Macht hat, da macht sie, was sie will. Für uns ist das nichts anderes als eine Verschwendung von Steuergeld für einen SPÖ-Wahlkampfauftritt. Wenn die SPÖ-Margareten Charakter hat, dann sollte sie die Kosten für diese Veranstaltung mindestens zu 50 Prozent übernehmen. Dies würde wenigstens einen Teil der Peinlichkeit ausgleichen.

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