Schwarzafrika: In Guinea-Bissau wird für "Phantombeamte" und Tote Geld kassiert

Der schlecht entwickelte westafrikanische Kleinstaat Guinea-Bissau (Bild: Einkaufsstraße) hält sich Scheinbeamte und Scheinpensionisten. Foto: Vince Crawley / wikimedia.org (CC BY-SA 3.0)
Der schlecht entwickelte westafrikanische Kleinstaat Guinea-Bissau (Bild: Einkaufsstraße) hält sich Scheinbeamte und Scheinpensionisten.
Foto: Vince Crawley / wikimedia.org (CC BY-SA 3.0)
22. September 2017 - 9:00

Im schwarzafrikanischen Kleinstaat Guinea-Bissau existieren offensichtlich ein gutes Drittel der Beamten nur auf dem Papier. Rund 4.000 der insgesamt 13.000 Beamten in diesem Staat sollen nur in den Gehaltsstatistiken existieren. Der Finanzminister Ahaji Joao Amadu Fadia möchte deshalb alle Lohnzahlungen einstellen, bis diese offensichtliche Diskrepanz im Verwaltungswesen aufgeklärt wird.

So sollen etwa hohe Beamte, die auf die Mitarbeiterstruktur Zugriff haben, solche „Scheinanstellungen“ in großem Stil betreiben.

Tote beziehen weiterhin Pensionszahlungen

Der bis 1974 zu Portugal gehörende 1,9-Millionen-Einwohner-Staat zählt zu den am wenigsten entwickelten Gebieten der Erde. Aber nicht nur im Aktivstand der Beamten Guinea-Bissaus gibt es erhebliche Unschärfen zwischen tatsächlich Beschäftigten und auf dem Papier im Personalstand befindlichen Beamten. Es komme etwa in afrikanischen Staaten immer wieder vor, dass für bereits Tote eine Pensionszahlung weiter durch die Angehörigen bezogen wird.

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