Referendum: 90 Prozent der Wähler unterstützten die Unabhängigkeit, die Wahlbeteiligung lag aber nur bei 42 Prozent.

Foto: Bild: Marius Montón / Wikimedia (CC-BY-SA-4.0)
Katalonien-Referendum: 90 Prozent der Teilnehmer stimmten für die Unabhängigkeit

Trotz massiver spanischer Polizeigewalt mit mehr als 800 Verletzten haben 2,29 Millionen Katalanen am Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober teilgenommen, das entspricht rund 42 Prozent. 90 Prozent der Stimmberechtigten stimmten mit Ja und damit für einen eigenständigen katalanischen Staat. Aktuell befinden sich noch viele tausende Stimmzettel in beschlagnahmten Urnen, die von der Guardia Civil unter Verschluss gehalten werden. Regionalpräsident Carles Puigdemont verwies unter anderem auf 15.000 Stimmzettel, die wegen Beschlagnahmung noch nicht ausgezählt werden konnten.

Jetzt wird sich das katalonische Regionalparlament mit dem Ergebnis und dem brutalen Vorgehen der spanischen Zentralregierung beschäftigen. Bei einer entsprechenden Beschlussfassung ist eine Unabhängigkeitserklärung binnen 48 Stunden denkbar.

Ministerpräsident Mariano Rajoy verteidigte Polizeigewalt

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy verteidigte die von seiner Regierung angeordneten Polizeigewalt gegen das Referendum. Rajoy betonte die Stärke der Zentralmacht und warnte die Katalanen vor weiteren Unabhängigkeitsbestrebungen. Beobachter der spanischen Innenpolitik warnen vor einer weiteren Eskalation. Durch das brutale Vorgehen der Polizei sei eine Bürgerkriegsstimmung geschaffen worden. Während man das Baskenland nach Jahrzehnten durch einen Konsenskurs befrieden konnte, könnte jetzt Katalonien zu einer neuen Dauerkonfliktregion werden.

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