Finanz-Drama: Symphoniker vergeigen Millionen, Kulturverein zahlte private Strafzettel | Unzensuriert.at

Finanz-Drama: Symphoniker vergeigen Millionen, Kulturverein zahlte private Strafzettel

Die Wiener Symphoniker vergeigen Millionen, sagt der Wiener Stadtrechnungshof. Foto: Manfred Werner / Tsui - Own work / Wikimedia CC BY-SA 3.0
Die Wiener Symphoniker vergeigen Millionen, sagt der Wiener Stadtrechnungshof.
Foto: Manfred Werner / Tsui - Own work / Wikimedia CC BY-SA 3.0

"Willkommen in der Stadt Wien!", sagt FPÖ-Gemeinderat Dietbert Kowarik. Er sei bei Gott kein "Skandalschreier", aber beim jüngsten Bericht des Stadtrechnungshofs (RH) ließ er sich dann doch zu einem für ihn untypischen Satz hinreißen: "Dieser Bericht offenbar einmal mehr die skandalöse Fördergabe der Stadt Wien."

Bilanzverlust von 64 Millionen Euro

An der Spitze des Eisbergs: Der Privilegienstadl der Wiener Symphoniker mit einem Bilanzverlust von rund 64 Millionen Euro für die Jahre 2013 bis 2015. Das tangierte den Orchesterbetrieb so gut wie gar nicht: Pensionen, Gehälter, Zulagen können sich - gelinde ausgedrückt - weiterhin sehen lassen.

Stadtrechnungshof: "Die Buchhaltung ist ein Graus"

Konkret: Einzelne Mitarbeiter in der einfachen Administration verdienten mehr als ranghohe Beamte der Stadt Wien. Das Gehaltsparadies umfasste zudem Zulagen für das Spielen von Nebeninstrumenten. Dafür wurden Nebenbeschäftigungen der Musiker kaum geprüft. Originalton aus dem Bericht des Stadtrechnungshofs: "Die Buchhaltung ist ein Graus."

"Orchesterbetrieb ist schließlich keine Fabrik"

Während die Wiener Symphoniker also offenbar Unsummen vergeigen, spielt ein Sprecher von SPÖ-Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny in der Kronen Zeitung die Tragödie völlig herunter: Ein Orchesterbetrieb sei schließlich keine Fabrik. Eine Musikstadt wie Wien brauche ein A-Liga-Orchester.

Mit Steuergeld private Strafzettel beglichen

Beim Schönreden von Verlusten spielt die rot-grüne Stadtregierung in Wien schon lange in der A-Liga. Daneben lässt man die völlige Miss- und Freunderlwirtschaft in roten Kulturvereinen seit Jahren freien Lauf. Da braucht man sich nicht zu wundern, dass der Stadtrechnungshof zum wiederholten Male einen SPÖ-nahen Verein aufblattelte, der 436.000 Euro Subvention erhielt. Mit dem Steuergeld wurden sogar private Strafzettel beglichen.

Ein Skandal, der an den ebenfalls SPÖ-nahen Verein "ICE Vienna" erinnert, über den unzensuriert ausführlich berichtete.

Lukrative Aufträge für Familienmitglieder

Der Verein nennt sich "Stadtimpuls" und hat laut eigenen Statuten die Aufgabe, Subventionen an Kunstschaffende zu verteilen, die über die "etablierte Förderstruktur" leer ausgehen. Die Prüfer des Stadtrechnungshofes trauten ihren Augen nicht, als sie auf schlampige Aufzeichnungen und nicht nachvollziehbare Abrechnungen stießen.

Und sie kamen dahinter, dass diese Kraut-und-Rüben-Vereinigung (O-Ton Kronen Zeitung) anscheinend den Zweck verfolgte, den eigenen Leuten Geld zuzuschanzen. Vorstandsmitglieder sollen ihren Familien und Firmen lukrative Aufträge vermittelt haben. Alles wurscht: Die von der SPÖ geführte Kulturabteilung überwies weiter artig die 436.000 Euro an "Stadtimpuls".

Stimmen der letzten treuen Roten erkaufen

So wird also mit dem Steuergeld der Wiener umgegangen. Nach jedem Bericht des Stadtrechnungshofes - 2017 waren es bislang fünf - schrillen die Alarmglocken. Doch von der Miss- und Freunderlwirtschaft wollen sich die SPÖ-Granden im Rathaus nicht verabschieden. Warum wohl? Weil sie ihre Klientel füttern und damit die Stimmen der letzten treuen Roten erkaufen.

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