Kurz verliert im Wahlkampffinale die Nerven: "Werde von vorne bis hinten mit Dreck beworfen"

Sebastian Kurz und Christian Kern sind laut FPÖ meilenweit davon entfernt, Verantwortung für Österreich zu tragen. Foto: SPÖ Presse und Kommunikation / Wikimedia CC BY-SA 2.0
Sebastian Kurz und Christian Kern sind laut FPÖ meilenweit davon entfernt, Verantwortung für Österreich zu tragen.
Foto: SPÖ Presse und Kommunikation / Wikimedia CC BY-SA 2.0

Im Wahlkampffinale verlieren sowohl SPÖ-Chef Christian Kern als "Prinzessin mit Glaskinn" als auch ÖVP-Chef Sebastian Kurz die Nerven. Letzterer flippt regelrecht aus, weil der ÖVP eine Mitschuld an der Dirty-Campaigning-Affäre rund um Tal Silberstein zugeschrieben wird. Auf Facebook ließ er sich von seinem eigenen Kampagnensprecher Peter L. Eppinger interviewen, was auch schon bezeichnend ist, und da meinte Kurz wehleidig:

Ich werde von vorne bis hinten mit Dreck beworfen.

SPÖ und ÖVP klagen sich gegenseitig

Sebastian Kurz stellte sich also nicht den Journalisten, um seine Sicht der Affäre darzustellen, sondern inszenierte sein eigenes Interview. Den unangenehmen Fragen musste sich seine Generalsekretärin Elisabeth Köstinger stellen, als sie eigens eine Pressekonferenz einberief, um eine Klage gegen die SPÖ anzukündigen. Zwei Stunden später kam dann der Konter der SPÖ, die nun in der Facebook-Affäre die ÖVP klagen will.

Unmittelbarer Grund für diese gegenseitigen Klagen sind die Aussagen des PR-Beraters Peter Puller, der im Dienste der SPÖ mit Tal Silberstein zusammenarbeitete, wonach ihm seitens der ÖVP Geld für einen "Seitenwechsel" angeboten worden sein soll. Dazu soll es laut Puller eine SMS-Korrespondenz zwischen ihm und dem Pressesprecher von Außenminister Sebastian Kurz geben.

Puller lädt Kurz-Pressesprecher zu Lügendetektor-Test

Im Interview mit der Tageszeitung Österreich sagte Puller sogar, dass ihm der Pressesprecher von Sebastian Kurz 100.000 Euro angeboten habe. Den Pressesprecher lud Puller zudem ein, mit ihm einen Lügendetektor-Test zu absolvieren.

Plötzlich ist also nicht nur Christian Kern mitten im Schmutzkübelwahlkampf, sondern auch Sebastian Kurz, der nun auf Facebook jammert, "von vorne bis hinten mit Dreck beworfen" zu werden.

Silberstein-Affäre ein rot-schwarzes Sittenbild

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl sagte in einer Aussendung, SPÖ und ÖVP seien meilenweit entfernt von ihrem Anspruch, Verantwortung für Österreich zu tragen. Kickl weiter:

SPÖ wie auch ÖVP geben in der Dirty-Campaigning-Affäre ein Bild des Jammers im In- und Aulsand ab, das an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten ist. Die Silberstein-Affäre ist ein rot-schwarzes Sittenbild.

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