Konsequenzen aus dem Wahldebakel: Ingrid Felipe tritt als grüne Bundessprecherin zurück.

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Rücktritt von Felipe und Lunacek: Grüne Frontfrauen ziehen aus Wahldebakel die Konsequenzen

Knalleffekt bei den krisengeschüttelten Grünen. Die beiden Frontfrauen Ingrid Felipe und Ulrike Lunacek haben Dienstag Nachmittag aus dem Wahldebakel Konsequenzen gezogen und ihren Rücktritt bekanntgegeben. Die Führung der Bundespartei, die nun keine Nationalratsabgeordnete stellt, übernimmt interimistisch Vize-Klubchef Werner Kogler. 

Grüne fliegen aus Nationalrat

Magere 3,8 Prozent der Wähler wollten letztendlich die Grünen weiter im Nationalrat sehen. Zu wenig, um auf Bundesebene weiter eine Rolle zu spielen. Anders der aus der Partei gemobbte Peter Pilz. Seine Wahlliste wird mit acht Abgeordneten im neuen Nationalrat vertreten sein. Seine ehemaligen Parteifreunde sowie die Mitarbeiter des grünen Parlamentsklubs müssen hingegen ihre Schreibtische räumen.

Nebeneffekt am Rande: Die Gattin von Bundespräsident Alexander Van der Bellen war bisher Geschäftsführerin des grünen Parlamentsklubs. Auch diese Funktion wird mit dessen nunmehriger Auflösung obsolet.

Ingrid Felipe zurück nach Tirol

Sie übernehme die Verantwortung und trete daher nach nur vier Monaten als Bundessprecherin zurück, gab Ingrid Felipe anlässlich einer Pressekonferenz am späten Nachmittag bekannt. Tirol sei die nächste wichtige Wahl und Tirol brauche ihre volle Energie, äußerte sie sich schon zuvor gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Sie hoffe bei dieser Wahl auf eine Trendwende. Werner Kogler werde interimistisch die Funktion des Bundessprechers übernehmen, so Felipe.

Ulrike Lunacek zieht sich aus Politik zurück

Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek gab bekannt, dass sie von allen politischen Funktionen zurücktrete und auch ihr EU-Mandat nicht weiter ausüben werde. Sie „gönne sich nun eine Pause“. Was die Partei nun brauche, sei ein Neustart. Ins EU-Parlament folgt Lunacek der grüne Bio-Bauer Thomas Waitz. 

Zahlreiche andere Grüne müssen ebenfalls das Feld räumen. Denn die Abwicklung der Partei betrifft rund 110 Mitarbeiter, 90 davon aus dem Parlamentsklub der Grünen. Sie müssen sich mit der am 8. November endenden Gesetzgebungsperiode eine neue Arbeit suchen. 

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