Nach ÖVP/FPÖ-Wahlerfolg: Streit zwischen profil und Falter um die geschmackloseste Titelseite

Pietätlose Titelseiten gegen politisch Unliebsame: Falter und profil stehen sich in nichts nach. Foto: Screenshot / Twitter @chri_rai bzw. profil.at
Pietätlose Titelseiten gegen politisch Unliebsame: Falter und profil stehen sich in nichts nach.
Foto: Screenshot / Twitter @chri_rai bzw. profil.at
19. Oktober 2017 - 13:00

Erwartungsgemäß verfallen Mainstream-Medien hierzulande, aber auch im Ausland, bereits in panische Hysterie ob des Wahlerfolges von ÖVP und FPÖ. Die "rechts-konservative Wende" dürfte auch beim heimischen Falter alle Sicherungen durchgebrannt haben. Denn die aktuelle Titelseite ziert Sebastian Kurz mit den Worten "Der Neofeschist".

Profil-Chef Rainer gibt den Moralapostel

Der Titel sorgt momentan unter der heimischen "Medien- und Journalistenprominenz" für Aufregung. So echauffierte sich gerade profil-Chefredakteur Christian Rainer ob der geschmacklosen Anspielung des Falters, dass Kurz ein "Faschist" sei. Auf Twitter schrieb er zur Wortschöpfung: "Was der „Falter“ hier tut, ist unerträglich."

Auch zahlreiche andere Journalisten und Politiker aus dem linken Milieu solidarisierten sich mit Rainer und kritisierten den Falter. So etwa der frühere SPÖ- Bundesgeschäftsführer Josef Kalina, der schrieb: "Finde aktuellen Falter ärger, Kurz auch nur in die Nähe von Faschisten zu rücken ist indiskutabel". Auch Peter Rabl sah in der Falter-Kreation einen "unsäglichen Titel". Presse-Feuilletonist Moses Maria Mayer sprach gar von "Stürmer-Qualität". 

Falter kontert mit profil-Titel nach Schwarz-Blau im Jahr 2000

Die Retourkutsche des Falters ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Chefredakteur Florian Klenk postete ein Bild der profil-Titelseite aus dem Jahr 2000 anlässlich der schwarz-blauen Regierungsbildung mit den Worten "Zur Erinnerung". Damals war über einem Foto von Wolfgang Schüssel und Jörg Haider bei der Unterzeichnung der Koalitionsvereinbarung zu lesen: "Die Schande Europas". 

Der mäßig originelle Disput zwischen den Chefredakteuren wurde folglich von vielen anderen Twitter-Nutzern weitergetragen. 

Profil nach FPÖ-Wahlerfolg: "Recht extremer Ruck"

Wie dem auch sei. Die Aufregung des profil-Chefs wirkt angesichts dessen regelmäßiger und pietätloser Berichterstattung - oder jener seiner Redakteure - über die FPÖ schwer geheuchelt. Jüngstes Beispiel ist etwa sein Kommentar zum Wahlerfolg der FPÖ. Schon im Titel steht geschrieben: "Ein recht extremer Ruck". Gleich darunter: "Die Freunde von Le Pen und der AfD in die Regierung? Muss das jetzt sein?" 

Möglicherweise fürchtet Rainer aber bei einer kommenden schwarz-blauen Regierung einfach um die Millionen an Förderungen für sein ohnehin kaum noch gelesenes Blatt? Vielleicht daher der Einsatz gegen den Berufskollegen für Kurz...

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