Reformationstag 2017 wird zum Feiertag der politischen Korrektheit umgedeutet

Eine neue Publikation über Martin Luther, seine Zeit und die Folgen für Deutschland. Foto: CC0 Public Domain
Eine neue Publikation über Martin Luther, seine Zeit und die Folgen für Deutschland.
Foto: CC0 Public Domain

Der Reformationstag 2017 ist ein Feiertag – diesmal in der ganzen Bundesrepublik Deutschland. Am 31. Oktober erinnern alljährlich die Protestanten an den Beginn der Reformation durch Martin Luther (1483-1546). 500 Jahre nach seinem Thesenanschlag an der Schlosskirche in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) gedenken auch die katholischen deutschen Länder dieses großen Deutschen.

Christliche Kirchen: Mitgliederschwund und Sparmaßnahmen

Doch diese Würdigung des Wegbereiters der evangelischen Kirche kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die christlichen Kirchen in der Bundesrepublik Deutschland wie in Österreich in der Krise befinden. Seit Jahren verzeichnen katholische wie evangelische Kirche einen steten Mitgliederschwund, ihre Mitglieder sind überaltert, die Einnahmen sinken. Noch profitieren die Amtskirchen von sprudelnden Einnahmen durch die Kirchensteuer, doch wegen des Sparzwangs aufgrund Mitgliederschwunds und ausbleibender Spenden werden Pfarreien zusammengelegt, Mitarbeiterstäbe verkleinert und Aktivitäten eingestellt.

Völlig falsche Deutung des Luther-Jubiläums

Die Krise offenbart sich auch in der Gestaltung der Feierlichkeiten anlässlich 500 Jahre Thesenanschlag: Im Juni 2008 hatte der Deutsche Bundestag beschlossen, Deutschland „im Rahmen der Kampagnen zur Luther-Dekade und zum Reformationsjubiläum 2017 einmal mehr, wie etwa zur Fußballweltmeisterschaft 2006, als offenes und gastfreundliches Land (zu) präsentieren“. Es wurden die „touristischen sowie ökonomischen Synergie-Effekte“ hervorgehoben. Dass Martin Luther die Geschichte Deutschlands und Europas massiv beeinflusste und das geistliche wie Geistesleben veränderte, interessiert weder das offizielle Deutschland noch die evangelische Kirche.

Antworten auf geschichtliche Zusammenhänge

Weder Luther noch seine Zeitgenossen ahnten oder konnten ahnen, welche Spaltung, Konflikte und Kriege seine Erneuerungsbewegung anstoßen würde. Wer sich für diese Zusammenhänge interessiert, findet in der neuesten Publikation zu Martin Luther die Antworten: U. Raich: „Martin Luther. Seine Zeit – sein Wirken – die Folgen“. 9,20 Euro. Zu bestellen (zzgl. Versandkosten) unter: [email protected].

 

Wollen Sie täglich per Mail über die neuesten Artikel informiert werden? Hier können Sie sich anmelden.
Gefällt Ihnen unsere Berichterstattung? Dann unterstützen Sie uns mit einer Spende:
IBAN: AT581420020010863865, BIC: EASYATW1, Unzensuriert.at
SPENDEN
Loading...
in

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.