Das Studio „La Chica Lounge“ in der Nähe einer Volksschule lässt die Wogen in Wien-Penzing hochgehen.

Foto: Bild: Unzensuriert.at
Ausgerechnet sechs Grün-Mandatare für Laufhaus in Nähe von Volksschule und Kirche

In Wien-Penzing gehen derzeit die Wogen hoch. Grund: Ausgerechnet in der Nähe einer Volksschule und einer Kirche soll ein sogenanntes Laufhaus in Betrieb gehen. Alle Parteien, bis auf sechs Bezirksmandatare der Grünen, sind gegen den nicht idealen Standort für das sündige Gewerbe. Pikant: Schräg gegenüber des Puffs befindet sich ein Parteilokal der Grünen.

Laufhaus gegen den Willen des Bezirkes

„Studio La Chica Lounge“ nennt sich das neue Lokal Ecke Linzer Straße-Pachmanngasse im 14. Wiener Gemeindebezirk. Früher war dort ein Fleischhauer untergebracht. Auch in Zukunft soll dort fleischlichen Genüssen gefrönt werden, allerdings nicht in Form von Leberkässemmeln oder Schnitzel, sondern mit Liebesdienerinnen. Und zwar gegen den Willen von 47 Parteienvertretern in der Bezirksvorstehung. SPÖ-Bezirkschefin Andrea Kalchbrenner sagte gegenüber der Bezirkszeitung:

Ich stehe voll hinter den Bürgern, die dagegen protestieren. Der Standort ist mehr als ungeschickt, um es vorsichtig zu formulieren.

SPÖ-Bezirksvorsteherin war schon im Mai informiert

Für FPÖ-Bezirksrat Bernhard Patzer reagiert Kalchbrenner aber viel zu spät. Gegenüber unzensuriert meint Patzer, dass SPÖ-Bezirksvorsteherin Kalchbrenner „laut eigener Aussage“ bereits im Mai über dieses Lokal informiert gewesen sei. Patzer: „Da stellt sich die Frage, warum sie nicht umgehend die Bevölkerung informiert hat und so viel Zeit verstreichen ließ?“

Sexstudio neben Kindergarten in Wien-Floridsdorf

Die Situation in Wien-Penzing ist kein Einzelfall. Im 21. Wiener Gemeindebezirk Floridsdorf hat sich kürzlich in der Floridsdorfer Hauptstraße 16a ein Sexstudio direkt neben einem Kindergarten eingemietet. Auch dort wundert man sich, wer dafür die Betriebsgenehmigung erteilt hat.

Ball liegt beim Landespolizeikommando

Tatsächlich habe der Bezirk keinerlei Handhabe gegen solche Betriebe, behauptet Penzings SPÖ-Bezirkschefin Kalchbrenner. Nach der Einreichung liege der Ball beim Landespolizeikommando.

Diese Kindesweglegung seitens der Bezirksvorsteherin will FPÖ-Bezirksrat Bernhard Patzer aber nicht gelten lassen: Er erinnert daran, dass beim Prostitutionsgesetzes-Beschluss im Rathaus die FPÖ-Resolution für Schutzzonen rund um Prostitutionslokale und für eine Parteienstellung der betroffenen Nachbarn im Bewilligungsverfahren „aus äußerst fadenscheinigen Gründen“ nicht zugelassen worden wäre. Patzer weiter:

Von Schutzzonen um sensible Bereiche wie Kindergärten und Schulen, die solche Problemlagen erst gar nicht hätten entstehen lassen, hat die Rathauskoalition 2011 nichts wissen wollen. Dieses Defizit im Prostitutionsgesetz gehört sofort behoben.

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