Politisch korrektes Märchen: Hänsel und Gretel leben nun in Afrika, nicht mehr in Deutschland.

Foto: Bild: Screenshot / Oper Stuttgart
Politisch korrekt: Stuttgarter Oper siedelt Märchen „Hänsel und Gretel“ nun in Afrika an

Die politische Korrektheit macht auch vor Klassikern der Märchengeschichte nicht halt. Betroffen ist nun das berühmte Märchen „Hänsel und Gretel“ der Gebrüder Grimm. In der Stuttgarter Oper wird das seit 22. Oktober laufende Stück mit zwei Dunkelhäutigen aus Afrika beworben

Deutsches Märchen wird nach Afrika verlegt

Da sich das Märchen vorrangig mit sozialer Armut und hier dem Hunger auseinandersetzt, hat man die Szenerie einfach „ausgelagert“. Konkret nach Afrika, da man in Deutschland eine Armut, bei der es an Essen fehle, ohnehin „nicht mehr kennt“. Zudem projiziere unser „Schuldgefühl“ diese Gedanken automatisch in Richtung dritte Welt, wie zu lesen ist.

Dass das Märchen von 1812 jedoch in Deutschland angesiedelt ist und die beiden Kindern auch in diversen Fassungen und Illustrationen als einheimische Kinder zu erkennen sind, scheint den Regisseur der Oper, Kirill Serebrennikov, wenig zu kümmern.

Gezeigt werden auf einer Leinwand dramatische Bilder und Szenen aus dem afrikanischen Alltag, untermalt von Opernmusik. 

Umstrittener Regisseur in Russland unter Hausarrest

Bei Kirill Serebrennikov handelt es sich um einen russischen Theaterregisseur, der seit Ende August unter Hausarrest steht. Gegen ihn wird wegen Betrug und des Verdachts der Veruntreuung in Millionenhöhe ermittelt. In seiner Zeit als Leiter des Moskauer Gogol-Zentrums soll er Geld abgezweigt haben. 

In der Vergangenheit kritisierte der Regisseur immer wieder die russische Regierung und setzte sich für mehr Homosexuellenrechte in Russland ein. 

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