Zivilehen können in der Türkei ab sofort vor Muftis geschlossen werden. Werden die Bräute dabei bald gekleidet sein wie die Frauen auf diesem Foto?

Foto: Bild: Mostafameraji / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Rückschritt um fast 100 Jahre: In der Türkei schließen Geistliche jetzt wieder Zivilehen

Den nächsten Schritt hin zu einer islamischen Republik hat jetzt die Türkei gemacht. Seit dem 3. November können moslemische Geistliche Zivilehen trauen. Diese sogenannten „Mufti-Ehen“ ersetzen die von Staatsgründer Atatürk in den 1920er-Jahren eigenführte Zivilehe vor staatlichen Standesbeamten. Der islamistische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat das am 18. Oktober 2017 beschlossene Gesetz dazu unterzeichnet.

Während die Abgeordneten der islamistischen Regierungspartei AKP das Gesetz unterstützten, stimmten die Oppositionspartei CHP (Sozialdemokraten) und HDP (Kurden) gegen das Ende der Zivilehe in der Türkei.

Kinderehen und Vielweiberei werden durch neues Gesetz steigen

Gegner der neuen Gesetzeslage warnen vor den massiven gesellschaftlichen Auswirkungen des Gesetzes. Kritiker aus den Reihen der Opposition befürchten vor allem ein starkes Ansteigen der Kinderehen und der Vielweiberei. Die lokalen Muftis drücken aus dogmatischen Gründen gerne ein Auge zu, wenn es zu Mehrfachehen oder zur Verheiratung von minderjährigen Mädchen kommt.

Die individuellen, aber auch gesellschaftlichen Folgen dieser Entwicklung sind fatal. Auch auf Europa, insbesondere Deutschland und Österreich, wo sich eine große Anzahl türkische Gemeinden aufhalten, werden neue Fragen rechtlicher und sozialpolitischer Natur zukommen.

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