Der Fall der mutmaßlichen sexuellen Belästigung von Peter Pilz am Arbeitsplatz reißt auch andere Parteien in einen Intrigensumpf.

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„Sauberparteien“ wühlen im Dreck: SPÖ, Grüne, NEOS und Liste Pilz im Intrigensumpf

Wer am Sonntag der ORF-Sendung „Im Zentrum“ beiwohnte, fühlte sich an die beliebte Fernsehserie „Dallas“ in den 1980er Jahren zurückerinnert. Ähnlich wie dort, ging es um Geld, Macht und Intrigen.

Liste Pilz glaubt an politische Verschwörung

Damals fiktiv, stehen heimische Politiker heute ganz real auf der Bühne der Seifenoper. Statt Larry Hagman als J.R. Ewing sind hierzulande in die „Affäre Pilz“ rund um sexuelle Belästigungen anscheinend Albert Steinhauser von den Grünen und angeblich auch eine NEOS-Mandatarin sowie ein SPÖ-Mann involviert.

Rachegelüste bringen vieles an Öffentlichkeit

Wer geglaubt hat, schlimmer als im diesjährigen Nationalratswahlkampf mit dem „Dirty Campaigning“ eines Tal Silberstein und seinen Helfern aus der SPÖ könnte es nicht mehr werden, hat sich getäuscht. Nach der Wahl ist vor der Wahl – und so kommen jetzt Dinge zutage, die vielleicht aus Rachegelüsten in die Öffentlichkeit schwappen, bei einem Wahlerfolg aber wohl weiter unter der Tuchent geblieben wären.

In der Niederlage zeigt sich aber erst der wahre Charakter einer Partei und ihrer Politiker. Und so ist es erfrischend entlarvend, wie SPÖ-Chef Christian Kern im Kurier am Sonntag den Medien den schwarzen Peter für sein Scheitern zuspielt – unzensuriert berichtete. Die SPÖ, das behauptet zumindest die Liste Pilz, soll jetzt auch in die „Polit-Verschwörung“ (so der Terminus in der Tageszeitung Österreich) gegen Peter Pilz verwickelt sein.

SPÖ-Mann als Alpbach-Aufdecker

Brisant: Ein Augenzeuge der angeblichen sexuellen Belästigung von Peter Pilz einer ÖVP-Mitarbeiterin in Alpbach aus dem Jahr 2013 soll der Vorsitzende der „Sektion ohne Namen“ und Kandidat der SPÖ-Nationalratswahl-Liste Oliver Stauber sein. Spannend dabei: Kanzler-Sohn Niko Kern soll so etwas wie der „Öffentlichkeitsarbeiter“ dieser SPÖ-Sektion sein.

NEOS-Politikerin ist Gleichbehandlungsanwältin

Pikant weiters: Eine der Gleichbehandlungsanwältinnen, die mit den mutmaßlichen sexuellen Belästigungen einer Mitarbeiterin im Grünen Parlamentsklub durch Peter Pilz beschäftigt war, soll eine führende Politikerin der NEOS sein.

Und dann wäre da noch der frühere Klubobmann der Grünen im Parlament, Albert Steinhauser. Er soll all diese Vorwürfe an einem seiner letzten Arbeitstage publik gemacht haben – quasi als Rachefoul an Pilz. Steinhauser bestritt diese Vorwürfe am Sonntag „Im Zentrum“ und wies sie als „ungeheuerlich“ zurück.

Verheerendes Bild selbsternannter Saubermänner

Fernsehzuschauer sahen jedenfalls ein verheerendes Bild ausgerechnet jener Politiker, die sich immer gerne als Saubermänner inszenieren. Nicht nur deshalb kann man über den Wahlausgang sogar froh sein. Denn hätten SPÖ und Grüne Wahlsiege gefeiert, würde es ziemlich sicher keine „Causa Peter Pilz“ geben. So aber wühlen die selbsternannten Sauberparteien erst einmal im Dreck. Wer weiß, was dabei noch so alles an die Oberfläche kommt…?

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