Schon wieder: Vandalen beschmierten den beliebten Kletterfelsen „Känzele“ in Kennelbach.

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Bregenz: Beliebter Kletterfelsen erneut mit riesigem „Peace-Zeichen“ verschandelt

Der „Kanzelfelsen“, umgangssprachlich schlicht „Känzele“ genannt, ist ein beliebtes Freizeit- und Ausflugsziel für Jogger, Wanderer, Hundespazierer und andere Naturgenießer. Vom zu Bregenz gehörenden „Gebhardsberg“ aus kann man oberhalb des Felsengrates einen phantastisch schönen Natur-Wanderweg entlang flanieren, der im Gegensatz zum touristisch überlaufenen „Pfänder“ zu den Geheimtipps der Einheimischen zählt.

Offizieller Klettersteig

Da der „Kanzelfelsen“ sich über ein breites Gebiet erstreckt und viele verschiedene Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden bietet, wird er auch gerne von Kletterern frequentiert. Die Gemeinde Kennelbach, zu deren Gemeindegebiet der größte Teil des „Känzele“ gehört, erlaubte vor einigen Jahren sogar das Anlegen eines offiziellen Klettersteigs. Dieser wird gerne und intensiv genutzt, fast das ganze Jahr über kann man Sportler in den Felsen trainieren sehen. Doch wie überall, scheint es auch unter den Kletterern einige schwarze Schafe zu geben.

Auf den Kopf gestellte Rune

Denn bereits im April dieses Jahres wurde die Felswand zum ersten Mal beschmiert: Unbekannte verschandelten das Stück Natur mit einer riesigen, auf den Kopf gestellten und eingekreisten „Algiz/Elhaz“-Rune, welche aus schwer nachvollziehbaren Gründen heutzutage als „Peace-Zeichen“ bekannt ist. Naturschützer zeigten sich entsetzt ob dieses Vandalenaktes; die Gemeinde Kennelbach gab die Reinigung der Felswand in Auftrag, was im Endeffekt um die 6.500 Euro herum kostete. So ein großes „Gemälde“ lässt sich nämlich nicht so ohne weiteres abwaschen, dazu braucht man eine erfahrene Seilschaft sowie Reinigungsmittel, welche erst einmal auf dem Fußweg über beschwerliche Pfade dorthin transportiert werden müssen.

Alpine Chaoten

Seit Anfang Oktober ist nun eine neue, bis weit ins Rheintal hinein sichtbare Elhaz-Rune auf der Felswand zu sehen (Foto oben). Seither wird auch gerätselt, wer die Chaoten sind, die es so lustig finden, die schöne Vorarlberger Natur zu verschandeln. Angeblich sei es auch für einen Einzelgänger möglich, diese Schmiererei anzufertigen; realistischerweise schätzen Kletterprofis jedoch, dass es sich mindestens um ein Dreiergespann (einer zum Sichern, ein Zirkelführer und ein Schmierer) handeln muss. Ziemlich sicher ist es auch niemand, der regelmäßig dort klettert – denen ist ihr Klettersteig viel zu wichtig, als dass sie ihn mit solch dummen Aktionen riskieren würden.

Gemeinde entnervt

Denn die Gemeinde Kennelbach kann und will es sich anscheinend nicht leisten, die Sauerei ein weiteres Mal von einem Trupp Profi-Kletterer entfernen zu lassen. Inzwischen muss man ja damit rechnen, dass diese alpinen Vandalen erneut zuschlagen werden – spätestens bei den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr könnte es die unbekannten „Künstler“ wieder jucken, die Welt an ihrer Infantilität teilhaben zu lassen. Allerdings könnte die Gemeinde dem Unwesen einen Riegel vorschieben, indem sie einfach das gesamte „Känzele“ für Kletterer sperrt, etwa wegen Steinschlaggefahr. Damit würde sie zwar viele Unschuldige mit bestrafen, doch dem Vandalismus wäre ein Ende gesetzt.

Freunde des „Känzele“ in seinem Naturzustand können indes nur hoffen, dass sich entweder einige Kletterer aus eigener Verantwortung heraus an die Reinigung machen – oder dass Regenfälle, Schnee und Eis das Schandmal über den Winter auf natürlich Weise entfernen.

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