Bradley Smith auf seiner KTM RC 16. Dem Team gelang ein starker Einstieg in die Motorrad-Königsklasse.

Foto: Bild: screenshot youtube
KTM: Die neue Macht in der MotoGP

MotoGP: Völliger Wahnsinn auf zwei Rädern. 140-Kilogramm-Motorrad trifft auf 260 Pferdestärken; diese Feuerstühle erreichen Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 330 km/h sowie Schräglagen von bis zu 64 Prozent in den Kurven. Und seit diesem Jahr mischt auch Österreich bei diesem Wahnsinn kräftig mit – denn mit KTM stellt sich ein heimischer Hersteller der übermächtig scheinenden Konkurrenz aus Fernost und Bella Italia.

Aller Anfang ist schwer

Es war die erste vollständige Saison, die KTM in der Königsklasse absolvierte. Mit dem Spanier Pol Espargaro (Moto2-Weltmeister 2013) hatte man sich ein vielversprechendes Talent und mit dem Briten Bradley Smith einen soliden Punkte-Fahrer ins Team geholt. Zusätzlich hatte man sich die Dienste des finnischen Haudegens Mika Kallio gesichert, der als Testfahrer die RC 16 weiterentwickelte und auch bei einigen Wildcard-Einsätzen gute Ergebnisse einfuhr. Auf vielen Strecken fehlten allerdings Erfahrungswerte, im Gegensatz zu anderen Teams hatte man keine Daten aus dem Vorjahr und musste sich entsprechend alles erst selber erarbeiten. So war man beim Saisonstart noch über 2 Sekunden hinter der Musik – in der Motorsport-Welt eine halbe Ewigkeit. Doch das sollte nicht lange so bleiben.

Permanente Steigerung

Die Truppe um Motorsportchef Pit Beirer und Teammanager Mike Leitner arbeitete mit großem Fleiß, viel Engagement und einer guten Portion österreichischem Schmäh beständig an der Weiterentwicklung ihrer Rennmaschine. So konnte man schon beim zweiten Saisonrennen in Argentinien erstmals beide Fahrer in die Punkte bringen – zwar auf den letzten beiden Plätzen (14. und 15.), doch mit diesem Ergebnis hatte man frühestens nach der Sommerpause gerechnet. Das Soll wurde also mehr als erfüllt, und nach der Pflicht folgt bekanntlich die Kür.

Top-10-Resultate nach wenigen Rennen

Die erste lieferte dann Pol Espargaro im tschechischen Brünn ab, wo er einen sensationellen 9. Platz einfuhr – ein absolutes Spitzen-Ergebnis für ein Rookie-(Anfänger)-Team! Doch damit nicht genug; auf Tschechien folgte der Heim-GP in Spielberg, bei dem der mit einer Wildcard startende Testpilot Kallio mit seiner RC 16 auf dem sensationellen 10. Platz über die Ziellinie räuberte.

Von da an war die Fachwelt komplett aus dem Häuschen, Experten in aller Welt überschlugen sich geradezu darin, die Mattighofener „Raketenwerft“ mit Lob und Anerkennung zu überschütten. Entsprechend ziehen auch die Absatzzahlen für KTM-Motorräder an; gerade in Südostasien gilt es zunehmend als „hip“, auf einem Zweirad „Made in Austria“ unterwegs zu sein.

Die dritte Macht

Noch um eine Sphäre höher ging es dann im Oktober in „Down Under“, wo erstmals Espargaro und Smith, nur durch 11 Tausendstel getrennt, als 9. bzw. 10. über die Ziellinie donnerten. Insgesamt stehen nach Abschluss der Saison 55 Punkte (WM-Rang 17) für Espargaro, 29 (WM-Rang 21) für Smith und 11 für Kallio zu Buche; damit hat KTM das bereits in der MotoGP etablierte, italienische Aprilia-Team in der Teamwertung klar hinter sich gelassen und ist gar nicht mal so weit von Suzuki entfernt. Ein sensationeller Erfolg!

Somit kann man mit Fug und Recht frohlocken, dass das kleine Österreich sich als Hersteller neben den dominanten Japanern und Italienern als dritte Macht in der Königsklasse des Zweirad-Motorsports etabliert hat.

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