Bilder wie das auf Jersey entstandene Bild „Les Deux Châteaux“ machten den Schriftsteller Hugo zum „schwarzen Romantiker“.

Bild: Drawings by Victor Hugo / Wikimedia (CC-PD-Mark)
Leopold Museum: Victor Hugo als „schwarzer Romantiker“ in der bildenden Kunst

Das Wiener Leopold Museum widmet dem Schriftsteller Victor Hugo (1802-1885) eine besondere Ausstellung, – sieh zeigt ihn in seinem Wirken als bildnerischer Künstler. Der „schwarze Romantiker“ wird zum ersten Mal in der Geschichte in Wien auch über sein bildnerisches Wirken vorgestellt:

Die von Leopold-Museum-Direktor Hans-Peter Wipplinger initiierte Schau bietet die Gelegenheit, einem außergewöhnlichen Künstler zu begegnen, in dessen Welt sich Nostalgie und Fortschritt die Waage halten. Die exquisiten Leihgaben stammen aus der Bibliotheque nationale de France und den Maisons de Victor Hugo in Paris sowie aus Privatbesitz, unter anderem der Sammlung Klüser, München.

Eigentlich haben Hugo schriftstellerische Monumentalwerke wie Der Glöckner von Notre Dame (1831) und Les Misérables (1862) einer großen Publikumsschar bekannt gemacht. Jetzt ist er auch als Zeichner und Maler zu bewundern:

Dass Victor Hugo, der sich selbst ausschließlich als Schriftsteller verstand, auch ein leidenschaftlicher Zeichner und Maler war, ist ein durchaus überraschender Aspekt seines Schaffens. Neben Aquarellen werden in der Schau auch ausgewählte Fotografien aus dem Nachlass Hugos gezeigt.

Hugos bildnerisches Gesamtwerk umfasst mehr als 3.500 Blätter

Hugo war nicht nur ein eifriger Schriftsteller, sondern auch ein fleißiger Zeichner und Maler, der in seinem bildnerischen Gesamtwerk mehr als 3.500 Blätter hinterlassen hat. Dabei beeindrucken vor allem Motivwahl und die dahinter steckenden Ideen, die ihm zu Recht den Titel „schwarzer Romantiker“ zuordnen:

Obwohl sich im Nachlass Victor Hugos mehr als 3.500 Blätter befinden, trat er jedoch nicht als Künstler auf, nahm nicht an Ausstellungen teil und widmete sich nur am Rande der Kunstkritik. Häufig sind die Arbeiten des Schriftstellers von skurrilen Randexistenzen bevölkert. Die Muse der Moderne spüre, so Hugo, dass nicht alles im menschlichen Sinne schön sei; auch werde sie sich die Frage stellen, ob es dem Menschen zustehe, Gott zu korrigieren.

Bisweilen überrascht Victor Hugo in seinen Zeichnungen durch das Spiel mit Perspektiven, etwa wenn ein Fliegenpilz aus Untersicht sich in monumentaler Größe präsentiert oder ein krähender Hahnenkopf ins Bild drängt. Auch der Architektur galt das Interesse des zeichnenden und malenden Dichters. Mit märchenhaft-düsteren Darstellungen von Kathedralen und Schlössern beschwor Hugo die Geister einer Vergangenheit herauf, deren kostbare Relikte er gefährdet glaubte. Vielfach sind es mittelalterliche Gebäude, teils verfallend und oft in nächtliche Szenerien eingebettet, sowie Kirchen, Brücken und Fachwerkhäuser, die Hugo auf dem Papier festhielt und als Erinnerungen bezeichnete.

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