Identitären-Demo in Paris verboten: Festgenommene waren Linksextreme

Gewaltfrei Europa verteidigen - Identitäre Bewegung Foto: Identitäre Bewegung
Gewaltfrei Europa verteidigen - Identitäre Bewegung
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27. November 2017 - 14:08

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Wie die französische Nachrichtenagentur AFP am Montag in der Früh meldete und Spiegel Online sogleich übernahm, hätte die Polizei 15 Identitäre in Paris wegen illegalen Waffenbesitzes festgenommen. Auf Spiegel Online steht noch jetzt zu lesen: „Illegaler Waffenbesitz: Polizei nimmt 15 Anhänger der Identitären Bewegung" fest.

Kann beim Spiegel keiner französisch?

Dumm nur, wenn man zu wenig Französisch kann oder bewusst "Fake News" produziert: Die französische Zeitung Le Parisien hatte geschrieben, „un quinzaine de miliants ultra-gauche“ sei festgenommen, was mit Hilfe des Google-Übersetzers sogleich ergibt: „ein Dutzend Linksextreme“.

Bei der Gruppe, die nach dem Verbot einer Demonstration der Identitären Bewegung in Paris festgenommen wurde, hat es sich großteils um Linksextreme gehandelt. 14 Linksextreme seien am Samstag vorübergehend festgenommen worden, bestätigte ein Sprecher der Pariser Staatsanwaltschaft der APA am Sonntag Abend.

Angeblicher Identitärer ist den Identitären nicht bekannt

Eine weitere Person muss sich wegen illegalen Waffenbesitzes und Teilnahme an einer Gruppe, die Gewalt vorbereitet habe, vor Gericht verantworten, sagte der Sprecher. Diese Person stehe demnach wiederum der extremistischen Rechten nahe. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft trug der Mann ein Werkzeug, verstärkte Handschuhe und ein mit Klebeband umwickeltes Batterienpaket bei sich.

Die Zeitung Le Parisien hatte zuvor berichtet, dass es sich dabei um eine "den Identitären nahe stehende Person" handle. Der Sprecher der österreichischen Identitären (IB), Patrick Lenart, dementierte dies am Montag sofort gegenüber der APA.

Wir können ausschließen, dass Mitglieder der Identitären Bewegung mit dem Vorfall zusammenhängen. Auch die Person, die der Identitären Bewegung nahestehen soll, ist uns nicht bekannt.

Demo-Verbot wegen potentieller linker Störaktionen

Die französische Polizei hatte die Identitären-Demonstration am Freitag „aus Sicherheitsgründen“ verboten. Sie begründete dies unter anderem damit, dass Rechtsextreme aus Deutschland, Italien, Großbritannien und Österreich zu der Kundgebung erwartet würden und es Zusammenstöße mit Linksextremen geben könnte. Lenart bestätigte der APA auf Anfrage, dass auch österreichische Identitäre nach Paris gereist waren. Wenn die Erwartbarkeit von linksextremen Störern und Aggressoren bei einer Demonstration ein Verbotsgrund ist, müsste man alle nicht explizit linken Demonstrationen verbieten.

APA schreibt einfach ab, ohne Inhalt zu prüfen

Die österreichische IB hatte die APA schon am Montag gegen Mittag auf ihren Fehler hingewiesen, diese rechtfertigte sich noch damit, bloß von der französischen Agentur abgeschrieben zu haben. Heute meldete die APA, es seien „14 Linksextreme“ gewesen. Ihr Zähneknirschen beim Zugeben der "Fake News" kann man bis hierher hören, denn die Nachrichtenagentur lieferte als neutralen Informationstext über die Identitäre Bewegung, sie sei „flüchtlingsfeindlich“, und „von anderen rechtsextremen Bewegungen unterscheidet sie sich dadurch, dass sie sich betont intellektuell und zeitgeistig gibt“. Zumindest diesmal "gab" sie sich wohl ein wenig intelligenter als die Mainstreamagenturen.

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