Pestizid Glyphosat – von der Giftlobby als nicht gesundheitsschädlich klassifiziert.

Foto: Bild: Mike Mozart / flickr (CC BY 2.0)
EU genehmigt Verwendung von umstrittenem Pflanzengift für weitere fünf Jahre

18 der 28 EU-Staaten sprachen sich gestern, Montag, bei der entscheidenden Abstimmung mehrheitlich für eine Verlängerung der Genehmigung von Glyphosat in der Union aus. Damit darf das Pflanzengift für weitere fünf Jahre in der Union vertrieben werden. Der Entscheidung vorausgegangen waren zweifelhafte Gutachten sowie letztendlich vergebliche Bürgerproteste.

Die unheimliche Macht der Milliardenkonzerne

Das Geschäft mit dem Pflanzengift Glyphosat ist für Agrar-Chemiekonzerne wie den berüchtigten US-Chemie-Riesen Monsanto ein Milliardengeschäft. Ein Geschäft, das auf die Gesundheit der Verbraucher keine Rücksicht nimmt. Um den Geschäftserfolg sicherzustellen, finden sich ehemalige Mitarbeiter derartiger Konzerne in EU-Gremien und Bundesbehörden wieder. Umgekehrt werden ehemalige politische Entscheidungsträger als Lobbyisten in die Konzernstruktur eingebettet. „Drehtürpolitik“ wird diese Strategie genannt, mit der die Interessen der Milliardenunternehmen in der EU und auch weltweit verlässlich gewahrt bleiben.

Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass von den Konzernen selbst verfasste „Unbedenklichkeitsgutachten“ als Grundlagen für die Entscheidungen der Politiker herangezogen werden. Selbst die Wissenschaftler der Weltgesundheitsbehörde WHO haben im Fall von Glyphosat ihre Beurteilung von „wahrscheinlich krebserregend“ in „unbedenklich“ korrigiert.

Die EU-Pommes-Frites-Bräunungsrichtlinie

Das Pestizid Glyphosat, das sich wohl auch in unseren Kartoffeln (sofern nicht Bio) wiederfindet, ist also „gesundheitlich unbedenklich“. Ganz anders sieht es laut EU-Bürokraten allerdings mit einem beliebten Kartoffelprodukt, den Pommes Frites, aus. Da haben sich die EU-Gesundheitsschützer etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Gemäß einer im Frühjahr 2018 in Kraft tretenden Richtlinie haben die beliebten Kartoffelstangen, statt wie gewohnt knusprig-knackig, in Zukunft blass und labbrig zu sein.

Acrylamid, das beim Rösten und Frittieren entsteht, wurde nämlich als „Killerchemikalie“ identifiziert, die eminent unsere Gesundheit gefährden soll. Wieder einmal will man uns vor uns selber schützen, denn niemand zwingt uns, knusprige Pommes Frites zu konsumieren. Ein Pestizid, das sich in der gesamten Nahrungskette breit macht, zwingt man den Menschen hingegen bedenkenlos auf.

Anhand von Bräunungs-Tabellen sollen die ohnehin bereits bürokratiegeplagten Gastwirte und Imbissbudenbetreiber ihre Kartoffelstäbchen künftig also nur noch nach EU-Vorschrift frittieren dürfen. Vielleicht geht es im allgemeinen Regulierungswahn ja auch bald der Panier von unseren Schnitzeln und Backhendln an den Kragen.

 

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Copy link