Oberöstereichs Landeshauptmann Manfred Haimbuchner (FPÖ) machte auf Facebook eine Abstimmung, ob die Bibel weiblicher werden sollte.

Bild: Pressestelle BFK / Wikimedia CC BY 2.0
„Apostelin“: Gegenderte Bibel schockiert Oberösterreichs FP-Chef Haimbuchner

„Söhne Gottes“ werden zu „Kinder Gottes“, ein „Mann“ zu „Mensch“ und eine „Apostelin“ gibt es auch in der Einheitsübersetzung der Diözese Linz für den deutschen Sprachraum. „Für mich ist das unbegreiflich, ich bin schockiert,“ sagt Oberösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FPÖ) und legt sich damit quasi mit dem Papst, der das genehmigte, an.

Will die Kirche konservativ oder progressiv sein?

„Die Kirche muss sich entscheiden: Will sie konservativ oder progressiv sein?“, fragt Haimbuchner im Gespräch mit unzensuriert. Seine Kritik blieb in der Diözese Linz nicht ungehört, am Dienstag reagierte sie Folgendermaßen:

Wenn Manfred Haimbuchner davon schreibt, dass „das Bibelwerk der Diözese Linz “ eine gegenderte Familienbibel vorgestellt hat, dann entspricht das einfach nicht den Tatsachen. Es dürfte Herrn Haimbuchner schlicht entgangen sein, dass diese überarbeitete und approbierte Einheitsübersetzung für die Katholische Kirche eben bereits seit gut einem Jahr vorliegt.

Posting war nicht auf „Familienbibel“ bezogen

Haimbuchner stellt gegenüber unzensuriert klar, dass er sich nicht über die Familienbibel echauffiert habe. Er habe auf Facebook nur zur Abstimmung gestellt, ob man die Bibel gendern solle oder nicht. Haimbuchner weiter:

Jetzt tut die Diözese so, als ob das Posting auf die „Familienbibel“ bezogen wäre. Das stimmt nicht. Lediglich die Vorstellung derselben wurde zum Anlass genommen, um die bekanntermaßen seit längerem existente neue revidierte Einheitsübersetzung mit ihren Gender-Korrekturen zu thematisieren.

Übersetzung käme hebräischem und griechischem Urtext näher

Dass das Gendern der Bibel in der Öffentlichkeit mehrheitlich nicht gut ankommt, zeigen auch Kommentare und das Verhalten der Leser, die bei einer Abstimmung darüber auf Heute mitmachten.

In Heute kommt auch Prof. Dr. Johannes Marböck, der als Bibelwissenschafter mit Schwerpunkt Altes Testament im Auftrag der Bischofskonferenzen an der Überarbeitung der Einheitsübersetzung als Experte mitgearbeitet hat, mit einem Statement vor. Er sagt, dass es bei der Übersetzung nicht darum gegangen sei, gewisse Stellen zu gendern, sondern:

Diese überarbeitete Einheitsübersetzung bleibt stärker am hebräischen und griechischen Urtext, so dass die ursprünglichen Sprachbilder deutlicher werden. So ist im Hebräischen das weibliche Geschlecht oft mitgemeint. „Väter“ meint „Eltern“ und „Brüder“ meint „Geschwister“.

Die Bibel sollte weiblicher gemacht werden

Dazu meint Haimbuchner, dass es bei der neuen revidierten Übersetzung seiner Meinung nach sehr wohl den Hintergrund gab, die Bibel weiblicher zu machen. In einem Artikel im Abendblatt vom März 2015 wäre das – allerdings bei der Übersetzung von Luthers Bibel – nachzulesen.

 

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