Nach Tod eines Drogenhändlers, der Crack verschluckt hatte: Rassenunruhen in Paris

Mitten in Europa: Schwarzafrikaner formieren sich gegen die Polizei, weil diese angeblich Drogenhändler umbringt. Foto: RT
Mitten in Europa: Schwarzafrikaner formieren sich gegen die Polizei, weil diese angeblich Drogenhändler umbringt.
Foto: RT
5. Dezember 2017 - 8:33

Am Pariser Bahnhof Gare du Nord kam es am ersten Adventwochenende 2017 zu Zusammenstößen von Sicherheitskräften mit Personen schwarzafrikanischer Herkunft. Diese waren zu einer Protestaktion anlässlich des Todes eines mutmaßlichen Drogenhändlers vor wenigen Wochen zusammengekommen. Als die Protestierer in bedrohlicher Weise auf die Polizisten zukamen, schützten sich diese durch Einsatz von Pfeffersprays und Tränengas.

Mutmaßlicher Drogenhändler mit Crack-Säckchen im Bauch

Am 9. November hatte die Polizei Massar D., einen jungen Mann aus Kamerun mit spanischer Staatsbürgerschaft, am Bahnhof Gare du Nord wegen Verdachts auf Drogenhandel verfolgt und schließlich festgenommen. Als die Polizisten den Verdächtigten stellten, gab der Mann an, sich unwohl zu fühlen. Daraufhin wurden Rettungskräfte gerufen. Noch vor deren Eintreffen spuckte der Verdächtige laut Berichten der Tageszeitung 20 Minuten 30 Säckchen Crack aus. Als die Rettung eintraf, diagnostizierte sie einen Herzstillstand.

Rassismus-Vorwurf gegen Polizei

Am vergangenen Wochenende versammelten sich nun Schwarzafrikaner, um gegen die Polizei zu demonstrieren. Sie werfen den Sicherheitskräften vor, Massar D. getötet zu haben und zwar aus rassistischen Gründen. Die Protestveranstalter erklärten, Massar D. sei das jüngste Mitglied einer „langen Liste“ von „nicht-weißen Männern“, die durch die französische Polizei getötet worden seien. Demnach hätten Polizisten auf den Brustkorb des Verdächtigen gedrückt, auf dass er die Drogen ausspucke. Laut ihrer Theorie habe dieser Druck zum Ersticken geführt.

"Unser Ziel ist es nicht, die Polizei zu beschuldigen, sondern zu sagen, dass wir keinen Grund haben, ihnen zu glauben, und dass wir jedes Mal, wenn sie einen von uns töten, wir in ihren Händen sterben, gezwungen sind, uns um Wahrheit und Gerechtigkeit zu sorgen", sagte Franco Lollia, Sprecher der „Anti-Negrophobie-Brigade".

 

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