Kardinal Schönborn feiert Messe mit Schwulen und tobt jetzt über Homo-Ehe

Homosexuelle Paare dürfen ab 1. Jänner 2019 in Österreich heiraten.  Foto: pgbsimon / pixabay.com
Homosexuelle Paare dürfen ab 1. Jänner 2019 in Österreich heiraten.
Foto: pgbsimon / pixabay.com

Am Montag hatte der ORF noch von einer außergewöhnlichen Aktion in Australien berichtet. Dort hatte ein schwuler Abgeordneter in einer Parlamentssitzung seinem Freund einen Heiratsantrag gemacht. Einen Tag später, am Dienstag, war die "Ehe für alle" dann auch bei uns Realität. Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) gab bekannt, dass gleichgeschlechtlichen Paaren in Österreich ab 1. Jänner 2019 die Ehe offensteht.

Jubel bei Bundeskanzler Kern

So wie Mann und Frau dürfen nun also auch homosexuelle und lesbische Paare heiraten. Das sorgte bei SPÖ, Neos und Liste Pilz für Jubel. Bundeskanzler Christian Kern meinte:

Ich bin sehr froh über diese Entscheidung. Sie ist ein Zeichen der Gleichberechtigung und ein Zeichen des Respekts.

Die ÖVP kommentierte die Entscheidung des VfGH der APA gegenüber so:

Höchstgerichtliche Urteile sind stets zu akzeptieren und nehmen wir zur Kenntnis.

Kickl: "ÖVP hat doppeltes Spiel gespielt"

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl steht der "Ehe für alle" grundsätzlich ablehnend gegenüber, kündigte nichtsdestotrotz an, die Entscheidung des Höchstgerichts zu akzeptieren. Richtung wahrscheinlich künftigem Koalitionspartner übte Kickl aber Kritik:

Die Vorgänger von Sebastian Kurz in der ÖVP haben in dieser Frage nicht mit offenem Visier gekämpft, sondern ein doppeltes Spiel gespielt.

Kickl verwies in diesem Zusammenhang auf die Einführung der eingetragenen Partnerschaft. Das Gesetz dazu war 2009 mit den Stimmen der Schwarzen beschlossen worden und gilt seit 2010. Das sei, so Kickl, Türöffner für eine Entwicklung gewesen, dass nun "Ungleiches gleichbehandelt". 

Schönborn feierte Messe mit Keszler und Wurst

Mit seiner Kritik steht Kickl nicht alleine da. Für viele überraschend, machte Kardinal Christoph Schönborn seinem Ärger über die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare Luft. Noch am Freitag hatte Schönborn im Wiener Stephansdom mit Life-Ball-Organisator Gery Keszler und Song-Contest-Siegerin Conchita Wurst eine gemeinsame Messe gefeiert. In ihrem Fürbittgebet sagte Wurst:

Hilf uns, jede Ausgrenzung und Diskriminierung zu durchbrechen.

Schönborn: "Es ist beunruhigend"

Vier Tage später tobt Kardinal Christoph Schönborn regelrecht über die Verfassungsrichter. Gegenüber Kathpress erklärte der Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz:

Es ist beunruhigend, dass sogar die Verfassungsrichter den Blick verloren haben für die besondere Natur der Ehe als Verbindung von Mann und Frau.

Die Ehe sei "wie keine andere Beziehung geeignet, Kinder hervorzubringen, zu hüten und aufzuziehen und damit die Generationenfolge zu sichern.

"Schöpfungsordnung kann Mensch nicht missachten"

Wenn der VfGH die Einzigartigkeit und damit die juristische Sonderstellung der Ehe verneint, die auf der Unterschiedlichkeit der Geschlechter aufbaut, verneint er die Wirklichkeit", sagte der Kardinal und hielt in Richtung Höchstgericht fest: "Er tut damit der Gesellschaft keinen Dienst und schadet letzten Endes allen - auch denen, die er schützen möchte und die es auch zu schützen gilt."

Schönborn zeigte sich "zuversichtlich, dass sich langfristig die Einsicht in die Schöpfungsordnung wieder durchsetzen wird, die der Mensch nicht missachten kann, ohne Schaden zu nehmen".

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