Ab nun sollen Schülerleistungen wieder vergleichbar benotet werden.

Bild: Martin Kraft / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Neue Regierung auf Leistungskurs im Bildungswesen

Die neue Regierung plant in der Bildungspolitik eine Umkehr vom Ansatz, wonach alle Kinder gleich sind. „Jede Schülerin und jeder Schüler verfügt über unterschiedliche Talente und Begabungen und möglicherweise Förder- und Aufholbedarf.“

Gleichmacherei soll ein Ende finden

Nach Jahrzehnten der Gleichmacherei darf es nun wieder ausgesprochen werden: Ja, es gibt Kinder, die den Unterrichtsstoff leicht lernen, und welche, die sich plagen. Folgerichtig muss „ein modernes Bildungssystem diesen differenzierten Anforderungen mit einem differenzierten Angebot an Schultypen Rechnung tragen“, wie das Regierungsprogramm bekennt. Österreich wird in den nächsten fünf Jahren also beim erfolgreichen gegliederten Schulsystem bleiben.

Ergebnisse statt soziales Miteinander

Für den Wirtschaftsstandort Österreich, der von seinen Arbeitsleistungen und nicht von Bodenschätzen lebt, ist das Bekenntnis wohltuend, wonach es um Leistung und Ergebnisse der jungen Menschen gehe und nicht darum, Schule immer leichter zu machen, um das soziale Miteinander zu fördern. Denn alle gleich zu behandeln bedeutet immer, dass man sich am Schwächsten orientiert.

Mit der Bildungspflicht definiert der Staat die Bildungsziele, die er von jedem Schüler und jeder Schülerin am Ende der Schullaufbahn erwartet. Es geht also nicht mehr um das Absitzen von Schuljahren, sondern um das nachweisliche Erreichen von Grundfertigkeiten und Grundkenntnissen. Der Schüler erhält erst dann den Schulabschluss, wenn er die „Bildungspflicht“ erfüllt und „bestimmte, genau definierte Kernkompetenzen (Lesen, Rechnen, Schreiben, soziale und kreative Kompetenzen) nachweislich beherrscht“.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, ist die Wiedereinführung der fünfteiligen Notenskala zur Beurteilung der Leistungen eine logische Folge. Nur sie schafft Vergleichbarkeit und hilft dem Schüler, seinen Eltern und künftigen Arbeitgebern, sich über die Leistungen ein Bild zu machen.

In allen Bundesländern sollen außerdem Schulen für besonders begabte Schülerinnen und Schüler eingerichtet werden, wie es sie ausgerechnet im rot-grünen Wien mit der Karl-Popper-Schule schon gibt.

Förderung der MINT-Fächer

Das Volk der Dichter und Denker war immer auch ein Volk der Bastler und Tüftler. Gerade die Ingenieursleistungen haben in der Vergangenheit für wirtschaftliche Erfolge gesorgt. Deshalb will die neue Regierung die Kenntnisse im Mint-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) verstärkt vermitteln, aber ebenso kreative, handwerkliche, wirtschaftliche und unternehmerische Kompetenzen. Dies ist ein wichtiger Schritt, um der unter linker Bildungspolitik beförderten Technik- und Unternehmerfeindlichkeit entgegenzuwirken.

„Land der Meister“

Die duale Ausbildung von Lehrlingen in den Betrieben ist ein Erfolgsmodell, das in der Vergangenheit zu höchsten handwerklichen Leistungen führte. Sie soll daher „gestärkt und prioritär gefördert werden“. Um die Qualität des Handwerks weiter zu steigern, sollen Meisterprüfungen mit einem Stipendiensystem gefördert werden.

Zusammenarbeit der deutschen Bildungseinrichtungen

Die österreichischen Auslandsschulen werden von der neuen Regierung als „Visitenkarte“ bezeichnet und ihre Bedeutung für die „Wirtschaftsinteressen der Republik“ herausgestrichen. Darum soll Österreich beim Ausbau der Auslandsschulen mit der Schweiz und Deutschland kooperieren. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang das Bekenntnis zur Verantwortung und Fürsorge für die deutschen Volksgruppen in den östlichen Nachbarstaaten: Für sie sollen „neue Standorte von österreichischen Schulen zur Stärkung der Minderheiten (z.B. in Slowenien)“ geprüft werden.

Fortschritt nicht um des Fortschritts willen

Knapp neun Seiten widmet das Regierungsprogramm von ÖVP und FPÖ dem Bildungswesen. Der Zielrichtung, das Bildungssystem nicht um des Umbauens Willen zu verändern, wird schon im ersten Satz deutlich: „Das österreichische Bildungssystem darf gesellschaftspolitisch weder auf das Bewahren alles Überkommenen noch auf das Verändern um jeden Preis ausgelegt sein.“ Darin schwingt die feste Überzeugung mit, dass Kinder für Experimente, wie sie die linken Bildungsplaner in den letzten 30 Jahren statuierten, zu schade sind und dass Veränderungen behutsam vorgenommen werden sollen.

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