200 Asylanten aus Afrika im Hungerstreik wegen Abschiebung

Das bayerische Erstaufnahmezentrum im rund 36.000 Einwohner zählenden Deggendorf hat mit massiven Problemen zu kämpfen. Die zu Jahresbeginn 2015 geöffnete Erstaufnahmeeinrichtung wurde im Juli 2017 in ein Transitzentrum umgewandelt. Nun kommt es dort zu massiven Ausschreitungen, Hungerstreikszenarien und Demonstrationen von Asylwerbern gegen geplante Abschiebungen.

200 Asylwerber aus Afrika im Hungerstreik

Das Deggendorfer Transitzentrum erfüllt die Aufgaben einer Erstaufnahmeeinrichtung, einer Gemeinschaftsunterkunft sowie einer Ausreiseeinrichtung. Nun befinden sich 209 Asylwerber aus Sierra Leone im Hungerstreik gegen geplante Abschiebungen einiger Bewohner. Der Flüchtlingsstatus von Bürgern aus Sierra Leone wäre ja an sich schon fragwürdig, herrscht doch in diesem westafrikanische Land seit 17 Jahren Frieden.

Als Auslöser für die Ausschreitungen, die am vergangenen Wochenende begonnen haben, gilt die versuchte Abschiebung eines Landsmannes, die allerdings am vergangenen Freitag gestoppt werden musste.

Fehlende „Spezial-Medikamente“ lassen Situation eskalieren

Stein des Anstoßes für die streikenden Asylwerber ist laut deren Angaben das Fehlen von speziellen Medikamenten, sowie mangelnde Hygiene und schlechtes Essen, abgesehen von den „inakzeptablen“ Abschiebungen von Landsleuten. Bemängelt werden weiters, dass es keine Möglichkeit zum Besuchen öffentlicher Bildungseinrichtungen und der Teilnahme am deutschen Arbeitsmarkt gibt.

Diese Angaben werden selbstverständlich auch vom bayerischen Flüchtlingsrat untermauert. Schockierend mutet die Tatsache an, dass von Seiten der Asylwerber auch Schwangere und Kinder dazu gezwungen werden in Hungerstreik zu treten. Freilich gibt es dazu keine „erboste“ Stellungnahme des bayrischen Flüchtlingsrats. Für Montag 18.12. wurden auch bereits Demonstrationen der Asylwerber angekündigt.

Übergreifen auf weitere Asylzentren befürchtet

Nachdem vor allem in bayerischen Transitzentren vorwiegend abgelehnte Asylwerber untergebracht sind, ist zu befürchten, dass derlei Ausschreitungen auch auf weitere Einrichtungen wie etwa in Manching, Bamberg und Regensburg übergreifen könnten. Laut CSU gelten diese Einrichtungen allerdings als erfolgreich, da dort schnellere Verfahren möglich gemacht würden. 

Auch ein eigens in Deggendorf eröffnetes „Asyl Café“, das zur interkulturellen Öffnung der Stadt hätte beitragen sollen, konnte offenbar nicht den geplanten Erfolg verbuchen.

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