Oliver Vitouch, Präsident der Österreichischen Universitätenkonferenz und Rektor der Universität Klagenfurt.

Bild: uniko
Präsident der Universitätenkonferenz Vitouch: Regierungspersonal „teils beklemmend“

Der Präsident der Österreichischen Universitätenkonferenz uniko und Rektor der Universität Klagenfurt, Oliver Vitouch, hat die Personalauswahl der neuen Regierung als „teils beklemmend“ kritisiert. Er beschwert sich über einen „Klubobmann, der Jörg Haiders Saualm-Internierung von Flüchtlingen im Marchfeld nachinszenieren will“ sowie über einen „Kabinettschef mit Nähe zu Langenloiser ,Wehrsportübungen'“. Weiters beanstandet Vitouch einen „Sprecher des Innenministeriums, der für das postfaktisch-hetzerische ,unzensuriert.at‘ steht“.

Diese Kritik hat weder mit den Universitäten zu tun, noch ist sie sachlich begründet. Dennoch äußerte Vitouch seine Kritik nicht privat, sondern in seiner Funktion als Präsident der uniko, also als Vertreter der österreichischen Universitäten.

Kritik ist in jeder Hinsicht äußerst unsachlich und vage

Vitouch nennt keine Namen, so bleibt bei den ersten beiden Personen unklar, wer überhaupt gemeint ist. Die Vorwürfe selbst sind sehr vage formuliert. Unzensuriert konnte keine Belege dafür finden, dass ein FPÖ-Politiker jemals ein Asylantenheim im Marchfeld gefordert hat. Offen bleibt auch, wie die angebliche Nähe des Kabinettschefs zu den „Langenloiser Wehrsportübungen“ aussieht, wie lange diese bereits her sind und wie derjenige heute dazu steht.

Auch unzensuriert passt Vitouch offensichtlich nicht

Nur bei der dritten genannten Person ist klar, um wen es geht, nämlich um Alexander Höferl, der früher Mitarbeiter bei unzensuriert war und nun im Büro des neuen Innenministers Herbert Kickl für die Kommunikation zuständig ist. Auch hier bleibt Vitouchs Kritik auf einem Niveau, das eines Universitätsrektors kaum würdig ist. Die Bezeichnung „hetzerisch“ ist ein persönliches Werturteil. Warum unzensuriert „postfaktisch“ sei, also Lügen verbreiten würde, wird nicht näher begründet.

Dass alternative Medien wie unzensuriert sich ihre Geschichten einfach ausdenken würden, ist ein Mythos, der von linkslastigen Medien gerne verbreitet wird, zum Beispiel von RTL oder jüngst von buzzfeed. Belegt werden konnte dieser Vorwurf allerdings noch in keinem Fall. Denn gerade unzensuriert führt in jeder seiner Geschichten penibel seine Quellen an.

Vitouch tritt als überheblicher „Gutmensch“ auf

Im weiteren Wortlaut seiner Presseaussendung zeigt Vitouch die typische Selbstüberhöhung eines „Gutmenschen“. Er beansprucht, dass „die Universitäten“ (er meint wohl eher sich selbst als deren Vertreter) bei der Besetzung aller Schlüsselpositionen sämtlicher Ministerien und des öffentlichen Bereichs mitreden dürfen sollten. Denn hier sollten nur Personen eingesetzt sein, die für eine „offene Gesellschaft“ im Sinne Karl Poppers (oder George Soros) stehen.

Zusätzlich sieht Vitouch „die Universitäten“ als eine Art Gesinnungswächter über die Regierung. Diese würden in Zukunft nämlich „höchste Wachsamkeit“ bei „Linienübertritten rechtsaußen“ an den Tag legen. Das ergebe sich schon aus der österreichischen Zeitgeschichte. Dass Vitouch schnell zur Faschismus-Keule greift, hat er schon in der Vergangenheit bewiesen. Er sah bei einer friedlichen Protestaktion der Identitären Bewegung an der Universität Klagenfurt „Parallelen zu den Dreißigerjahren“.

Vitouch lobt ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann

Vitouch steht der neuen Regierung allerdings nicht gänzlich negativ gegenüber. Er lobte den neuen Bildungsminister Heinz Faßmann als „exzellenten Kenner der Materie“. Der wird sich vor Freude kaum retten können.

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