Gerhard Dörfler will sich von der „ZiB-Witztruppe“ nicht vorführen lassen und klagt den ORF.

Foto: Bild: Bateman55 - Own work / wikimedia CC BY 3.0
Dörfler-Falschmeldung offenbart den Zustand der ZiB-Redaktion im ORF

Der ORF kommt derzeit aus dem Dementieren überhaupt nicht mehr heraus. In den vergangenen Tagen verbreitete das öffentlich-rechtliche Medienunternehmen gleich zwei Mal verheerende „Fake-News“ – und zwei Mal (!) waren es Meldungen gegen die Freiheitlichen.

ORF übernahm ungeprüft FAZ-Bericht

Zuerst sorgte sich die Homepage des ORF wegen der FPÖ um die Geheimdienste, übernahm ungeprüft einen Bericht von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), die ihre Informationen „auf nicht näher bekannte Kreise“ stützte. Berlin sei besorgt über FPÖ-Einfluss auf Geheimdienste, hieß es dann voreilig, bis zwei Tage später – wie unzensuriert ausführlich berichtete – das peinliche Dementi kam.

Meldung in ZIB1 zu hundert Prozent falsch

In der ZIB1 am Sonntag dann gleich der nächste Fauxpas: Da wurde lang und breit über eine Anklage gegen Ex-Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPÖ) wegen Amtsmissbrauchs berichtet. Das Problem an der Meldung: Sie war und ist zu hundert Prozent falsch. Wie nämlich andere Medien richtig informierten, hat die Korruptionsstaatsanwaltschaft die Anklage zurückgezogen. Der Vorwurf manipulierter Rechnungen hat sich nämlich in Luft aufgelöst.

Der ZiB-Redaktion hat davon aber anscheinend nichts mitbekommen und sendete die Falschmeldung ausgerechnet zur Hauptfernsehzeit, zu einem Zeitpunkt, als 1,34 Millionen Zuschauer die Sendung verfolgten.

Gerhard Dörfler klagt den ORF

Wen wundert s, dass Gerhard Dörfler der Kragen platzte. In der Kronen Zeitung machte er seinem Ärger Luft:

Ich bin bei manchen Falschmeldungen ruhig geblieben, aber das war zuviel. Die Klage ist bereits in Vorbereitung. Ich lasse mich von der ZIB-Witztruppe um Chefredakteur Fritz Dittlbacher nicht vorführen.

FPÖ-Mediensprecher Hans-Jörg Jenewein verlangte unterdessen die Abberufung oder den Rücktritt Dittlbachers. Im Standard sagte er:

Spätestens jetzt muss die ORF-Spitze von sich aus tätig werden und die entsprechenden Konsequenzen ziehen.

„Politische Agitation“ betrieben

Jenewein wirft dem ORF im Standard vor, er habe den Beitrag „wider besseres Wissen“ in der Zeit im Bild gezeigt und „politische Agitation“ betrieben. Diesen Vorwurf wies Dittelbacher – ebenfalls im Standard – zurück:

Wir bedauern die offenbaren Missverständnisse in der internen Kommunikation die zur Erst-Meldung geführt haben, es sei jedoch festgehalten, dass die ORF-Information die Sachlage schnellstmöglich richtiggestellt hat.

Tatsächlich versuchte der ORF in der Spät-ZIB am Sonntag mit einer Richtigstellung die Wogen zu glätten. Der falsche Beitrag wurde – mit zeitlicher Verzögerung – dann auch in der TVthek, wo die „ZIB“ sieben Tage online ist, gesperrt und ist nicht mehr abrufbar. Von einer Entschuldigung aber keine Spur.

Den Blauen ans Bein pinkeln

Absichtliche FPÖ-Verunglimpfung oder nicht: Auffällig ist jedenfalls, dass innerhalb von wenigen Tagen FPÖ-„Fake-News“ im ORF verbreitet wurden, und das nur wenige Tage vor einer wichtigen Landtagswahl. Da kann man schon auf den Gedanken kommen, dass die Linken am Küniglberg in den letzten Tagen ihrer Macht den Blauen noch schnell ans Bein pinkeln möchten. 

 

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