Das ursprünglich noch aus dem Mittelalter stammende Wasserschloss Kalkum ist einer der ältesten Plätze Düsseldorfs.

Foto: Bild: Jörg Wiegels / wikimedia.org (CC-BY-SA-3.0)
„Rheinische Kultstätten“: Ein historischer Düssldorfer Stadtteil von seiner schönsten Seite

Kalkum heißt ein Stadtteil im Norden der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf. Ihn stellt Heft 178 der Schriftenreihe „Rheinische Kunststätten“ vor; es stellt vor allem die örtliche katholische Pfarrkirche St. Lambertus und Schloß Kalkum, aber auch die Lasalle-Gedenkstätte, die Kalkumer Mühle und die Landhausgruppe „An der Alten Mühle“ vor.

Bei Schloß und Kirche zeigen sich diejenigen Gestaltungsmerkmale, die für die Schriftenreihe typisch sind. Inhaltlich geht es um allgemeine und Baugeschichte, Architektur und Innenausstattung. Die kulturgeschichtlichen Ausführungen sind sehr sachlich und faktenorientiert, ja fast schon wissenschaftlich und gründlich – was hier nicht vorkommt, scheint auch nicht wichtig zu sein.

Neben einigen wenigen Zeichnungen gibt es zahlreiche, teilweise großformatige Fotographien. Viele davon sind leider nur schwarzweiß. Dies ist schon bedauerlich – ein Großteil des Informationsgehaltes geht so verloren.

Eine Einordnung

Die Hefte der Rheinischen Kunststätten wenden sich an eine lokale, bestenfalls regionale Leserschaft. Wer keinen Bezug zu den jeweiligen Themen hat, für den werden die doch sehr trockenen Ausführungen eher langweilig sein. Schaut man sich die Themenauswahl der Hefte an, geht es in der Regel um Kirchen, Schlösser, historische Bürgerhäuser und andere kulturgeschichtlich bedeutsame Gebäude; gelegentlich werden auch ganze Ortschaften vorgestellt. Industriedenkmäler wie der Landschaftspark Nord oder die Museen des Landschaftsverbandes Rheinland fehlen völlig. Hier besteht noch ein größerer Nachholbedarf.

Das Rheinland umfasst die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Dies ist sicherlich ein riesiges Gebiet, in dem bestimmt viele interessante, heimatkundlich wichtige Themen vorhanden sind. Schaut man sich eine Übersicht über die bisherigen Ausgaben der Rheinischen Kunststätten an, erscheint die Themenauswahl ziemlich unstrukturiert. Manche ältere Ausgaben könnten ruhig einmal wieder als Neuauflagen erscheinen. Manche Orte sind noch unterrepräsentiert.

Über den Verein

Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz ist eine bürgerschaftliche Organisation, die es seit dem Jahre 1906 gibt. Von Beginn an ist der Verein in Köln ansässig. Regionalverbände gibt es beispielsweise in der Eifel, am Niederrhein, Köln, Bonn/Rhein-Sieg/Ahr, Wuppertal/Solingen/Remscheid, im Rhein-Erft-Kreis sowie in Düsseldorf/Mettmann/Neuss.

Die Veröffentlichungen sind die zentrale Lebensäußerung des Vereins. In der örtlichen und regionalen (Tages-)Presse ist der Verein nicht vorhanden. Eine Berichterstattung über ihn erfolgt nicht. Der Zufall muss schon mitspielen, um auf ihn aufmerksam zu werden.

Dies ist auch ein zentraler Kritikpunkt. Wer auf seine Anliegen aufmerksam machen möchte, sollte schon in der Öffentlichkeit präsent sein. Es muss ja nicht immer spektakulär sein; eine kontinuierliche Berichterstattung ist bedeutsamer. Nur so kann ein allgemeines Interesse am Denkmalschutz geweckt werden.

Klaus Pfeffer: Düsseldorf-Kalkum; Neusser Druckerei und Verlag Neuss 1995; 28 Seiten; ISBN: 978-3-88094-800-3

 

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