Plakat mit Hakenkreuzen. HC Strache und Norbert Hofer dürfen in ein Lokal im Tiroler Sölden nicht hinein.

Foto: Bild: z.V.g.
Lokalverbot für „Nazis“: Strache und Hofer müssen draußen bleiben

„Wir müssen draußen bleiben.“ Diese Aufforderung galt FPÖ-Obmann Vizekanzler HC Strache und dem freiheitlichen Infrastrukturminister Norbert Hofer, die offenbar Lokalverbot in der Music Bar „Live“ im Tiroler Sölden haben. Ein entsprechendes Plakat, das Strache und Hofer beim Akademikerball zeigt – dazu ein paar Hakenkreuze  – wurde mit Fotos dokumentiert und sichergestellt.

Sind Strache und Hofer Nazis?

Öffentlich wird der Eindruck erweckt, dass beide Politiker Nazis wären. Aufmerksam wurde der Tiroler FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger, der diese Entgleisung auf Facebook publik machte. „Das Lokal Live in Sölden. Erinnert mich an die dunkelsten Zeiten unserer Geschichte. Unfassbar“, kommentierte der freiheitliche Spitzenkandidat für die Landtagswahl.

Anzeige erstattet

Unzensuriert.at ging dem Vorfall nach. Ein freiheitlicher Gemeinderat erstattete Anzeige bei der Polizei Sölden. Es soll sich ein zweites Plakat übrigens auch im Lokal selbst befunden haben.

Das Plakat, welches von außen jedenfalls tagsüber am 3. Februar zu sehen war und vermutlich am Abend zuvor aufgeklebt wurde, war, während die Polizei weitere Ermittlungen aufnehmen wollte, plötzlich nicht mehr auffindbar, teilte die Landespolizeidirektion Tirol auf Anfrage mit.

Auf Abwerzgers Facebook-Seite gibt es breite Ablehnung gegen die Aktion, allerdings gibt es auch Stimmen, die der FPÖ Wehleidigkeit vorwerfen. Heiß diskutiert wird das Plakat auch auf der Facebook-Seite der Musikbar:

Menschen, die eine andere politische Meinung haben, auszuschließen geht gar nicht.

Ihr bezeichnet ändere als Nazis und agiert aber im selben Stil – ihr schliesst bestimmte Menschen aus. Also seit ihr links Nazis und habt nichts aus der Geschichte gelernt?

Auch wenn Abwerzger und die Bumstiboys es grob verurteilen, dass Nazis und Rechtsextreme nicht mehr überall hinein dürfen, der Anteil an der Bevölkerung mit Anstand sagt „Danke“!

Da läuft man garantiert nicht Gefahr, in der Nähe von braunem Gesocks seinen Abend verbringen zu müssen.

Der aktuelle Wahlkampf in Tirol ist jedenfalls um eine schmutzige Note reicher. Vom Lokal selbst gab es öffentlich weder eine Distanzierung noch ein Befürworten dieser Aktion. Unzensuriert.at ersuchte den Lokalverantwortlichen Christoph Fiegl um Stellungnahme, die bis dato noch nicht beantwortet wurde.

 

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