Islam-Lehrer ohne Deutsch-Zertifikat – Stadtschulrat schweigt eisern | Unzensuriert.at

Islam-Lehrer ohne Deutsch-Zertifikat – Stadtschulrat schweigt eisern

Islam-Lehrer ohne Deutsch-Zertifikat: Der Wiener Stadtschulrat gibt kaum Informationen bekannt. Foto: Unzensuriert.at
Islam-Lehrer ohne Deutsch-Zertifikat: Der Wiener Stadtschulrat gibt kaum Informationen bekannt.
Foto: Unzensuriert.at
6. Februar 2018 - 11:30

Seit diesem Schuljahr darf ein Islam-Lehrer an einer Volksschule in Wien Ottakring nicht mehr unterrichten. Konkret besitzt die Person nicht das notwendige Deutsch-Zertifikat. Bernd Saurer, Vizepräsident im Stadtschulrat (FPÖ), wollte konkretere Informationen und brachte im November 2017 mit seinen Kollegiumsmitgliedern im Stadtschulrat eine Anfrage ein.

Islam-Lehrer nicht abgezogen

Pikant daran: Der Islam-Lehrer wurde laut Anfragebeantwortung nicht vom Unterricht abgezogen, sondern ging freiwillig in einen Karenzurlaub. Ansonsten wurde lediglich bekannt, dass insgesamt 107 Islamlehrer in ganz Wien im aktuellen Schuljahr unterrichten dürfen.

Unzensuriert.at verlangte vom Stadtschulrat Aufklärung

Unzensuriert.at verlangte vom Stadtschulrat fundierte Informationen. Darf der Islam-Lehrer wieder zurückkehren? Wie lange wird er in Karenzurlaub sein? Bekommt er weiterhin ein Gehalt? Wie viele der 107 Lehrer haben ebenfalls kein Deutsch-Zertifikat oder andere fehlende Berechtigungen und mussten deswegen in Karenzurlaub gehen? Diese Fragen und mehr wurden der Presseabteilung im Stadtschulrat übermittelt. Doch wochenlang wurde trotz mehrmaliger Urgenz nicht reagiert.

Die letztendlich erfolgte Antwort des Stadtschulrats-Pressesprechers Matias Meissner muss man sich auf der Zunge zergehen lassen:

Nach Rücksprache mit der Amtsdirektion des Stadtschulrates für Wien möchte ich um Ihr Verständnis ersuchen, dass aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Detailauskünfte zu Einzelpersonen an Medien erteilt werden können. Hinsichtlich der allgemeinen Fragen muss auf die Möglichkeit einer Anfrage im Kollegium des Stadtschulrats für Wien verwiesen werden.

Dafür hat der Mann mehr als drei Wochen gebraucht. Da stellt sich die Frage: Warum müssen sich eigentlich Journalisten erst an eine politische Fraktion im Stadtschulrat wenden, damit diese eventuell eine Anfrage einbringen wird? Und welche Daten gilt es bei beruflichen Fragen zu einem Islam-Lehrer, der aus Steuergeldern bezahlt wird, zu schützen? Wie hätte wohl Meissners Antwort gelautet, hätte ein Mitarbeiter des Falters angefragt?

Gefällt Ihnen unsere Berichterstattung? Dann unterstützen Sie uns mit einer Spende:
IBAN: AT581420020010863865, BIC: EASYATW1, Unzensuriert.at
SPENDEN
in

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.