Noch am Sonntag 10.30 Uhr (!) war die vollkommen überholte Meldung über den angeblichen Eklat von Markus Abwerzger auf oe24.at sichtbar.

Foto: Bild: Screenshot oe24.at
Obwohl längst widerlegt: oe24 kampagnisiert weiter gegen FPÖ-Politiker

Der Tiroler FPÖ-Obmann Markus Abwerzger wurde im Zuge eines ORF-Berichts mit einem Schmutzkübel beworfen. Dass Abwerzger antisemitische Äußerungen nickend zur Kenntnis nahm, entpuppte sich als einseitige Darstellung und als Ente. Und obwohl schon längst alle Medien darüber berichteten, dass der ORF nicht das komplette Material gezeigt hat, ist auf oe24.at am Sonntag Vormittag im Bereich „Politik“ noch immer eine veraltete Meldung mit falschem Inhalt sichtbar. Selbst am Samstag Abend auf oe24-TV wurde ein veralteter Beitrag veröffentlicht, der lediglich in der Anmoderation zum Beitrag aktualisiert wurde.

Auch muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, wie medial versucht wurde, Abwerzger unter Beschuss zu nehmen. Von einem „Wahlkampf-Eklat“ berichtete oe24.at anlässlich der ORF-Aufnahme, die den Tiroler FPÖ-Obmann in einem Gespräch mit dem alten Mann zeigte.

Einseitige Darstellung

Obwohl Abwerzger von Anfang an klarstellte, dass im Filmbeitrag nicht gebracht wurde, dass er den Herrn zuerst aussprechen lassen wollte und dann auch gemeinsam mit Rudi Federspiel, der neben ihn stand, reagierte, wurde nur einseitig berichtet.

Oe24.at schrieb in ihrer Meldung vom 9. Februar 2018, 23.21 Uhr, die bis heute, Sonntag, Vormittag auf der Startseite zu sehen ist:

Der Wirbel im Netz war riesig, zahlreiche User empörten sich über das Nicken des FPÖ-Chefs. Dieser reagierte auf Facebook empört und sprach von einer „absoluten Frechheit.“ Der ORF habe zwei Stunden gefilmt, er habe dem Mann nur zugehört.

Oe24.at zitierte nicht vollständig. Auf Twitter schrieb Abwerzger:

Unfassbare Hetze. Die linkslinke Jagdgesellschaft ist nun auch in Tirol aktiv. Ich habe niemals zustimmend genickt, zudem auch deutlich widersprochen, gemeinsam mit Rudi Federspiel. Die Beurteilung, weshalb der ORF das so geschnitten hat, lasse ich jedem selbst über!

Warum oe24.at wesentliche Informationen seinen Lesern vorenthalten hat (selbst Der Standard berichtete von Anfang an vollständig), kann man wohl als Wahlkampfmanöver bezeichnen. Erst am nächsten Tag, den 10. Februar, um 10.33 Uhr reagierte oe24.at mit einer neuen Meldung, in der Abwerzgers Stellungnahmen berücksichtigt wurden. Allerdings wurde die Meldung nur im „Slider“ angezeigt und nicht im unteren Bereich „Politik“ angeführt.

Auch Shitstorm auf Facebook gegen oe24.at

Oe24 lieferte jedenfalls wieder einmal ein journalistisches Eigentor. Sämtliche Leser übten außerdem auf Facebook Kritik. „Gerade solchen Sudelblättern wie oe24 sei jedes Mittel recht“, meint ein Leser. „Sind unsere Drecksmedien verrückt geworden“, heißt es an anderer Stelle. „Die tägliche Suche nach dem Naziskandal des Tages, dafür müssen Reifenspuren im Schnee, Norwegermuster auf Pullovern, nicken usw … herhalten. Die einzigen die täglich mit diesem widerlichen Begriff hantieren sind die Medien“, wird kritisiert.

Interessant ist auch der mangelnde Wortschatz, den Wolfgang Fellners Schreiber im Kasten haben. Keine Woche vergeht, in dem die Wörter „Eklat“, „Wirbel“ oder“Skandal“ nicht vorkommt – abgesehen von den vielen Tippfehlern, die bei sämtlichen TV-Übertragungen unübersehbar ins Auge schießen.

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