Österreichs Soldaten stellen das größte Nicht-Nato Kontingent in Bosnien-Herzegowina.

Foto: Bild: www.bundesheer.at
Schwarz-blaue Regierung befürwortet EU-Beitritt Bosnien-Herzegowinas

Am 23. Februar beendete Außenministerin Karin Kneissl ihren zweitägigen Besuch in Bosnien-Herzegowina. Im Mittelpunkt der Beratungen standen die Ambitionen des Balkan-Staates, nach 2025 der Europäischen Union beizutreten. Außenministerin Kneissl bekräftigte, dass Österreich „ein überzeugter Unterstützer der Perspektive eines Beitritts zur Europäischen Union aller sechs Länder der Region“ sei.

Mit dieser wohlwollenden Geste und ihrer gewinnenden Art, die Begrüßung in der Landessprache zu absolvieren, errang die vielsprachige Außenministerin bei ihrem bosnischen Amtskollegen Igor Crnadak und der Bevölkerung sofort hohe Sympathie. Bei ihrer fünften Auslandsreise besuchte die Ministerin außerdem den bosnischen Regierungschef Denis Zvizdic, das Staatspräsidium und die religiösen Vertreter des Landes.

Ex-Bosnien-Soldat Kunasek bei Österreichs Soldaten willkommen

Währenddessen absolvierte Verteidigungsminister Mario Kunasek einen Lokalaugenschein bei Österreichs KFOR-Truppen im Kosovo und kam dort, wie die Salzburger Nachrichten betonten, „im Gegensatz zu seinen Vorgängern“ gut an. Kunasek, der 1999 selbst im Auslandseinsatz in Bosnien stationiert war, will die friedenbringende Mission weiter aufrechterhalten, denn „der Balkan wird für uns ein Schwergewicht bleiben“.

Seit 1999 engagiert sich Österreich in der Befriedung der Region und dem Aufbau von stabilen Verwaltungsstrukturen. Mit rund 440 Militärpolizisten, Experten für die Kampfmittelbeseitigung und Aufklärungstrupps stellt Österreich das größte Nicht-Nato-Kontingent im Lande.

Seit der Unabhängigkeit des Kosovos vor zehn Jahren konnten die zivilen Strukturen deutlich verbessert werden. Allerdings dominieren immer noch Korruption, 21-prozentige Arbeitslosigkeit und politische Spannungen den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Alltag.

Medien wieder mit Anti-FPÖ-Propaganda

Mit rund 400.000 serbischen, 100.000 kroatischen und 160.000 bosnischen Personen im Lande weiß die österreichische Regierung um die ethnischen Konflikte des Balkans, die nicht an der Landesgrenze Halt machen. Noch als Oppositionspolitiker hatte sich Heinz-Christian Strache gegen das Kunstgebilde Bosnien-Herzegowina ausgesprochen, die Unabhängigkeit der Republika Srpska befürwortet und als Vizekanzler gegenüber der serbischen Zeitung Politika die Eigenstaatlichkeit des Kosovos hinterfragt. In Österreich wurden diese Aussagen aufgebauscht und gegen die FPÖ instrumentalisiert, doch Karin Kneissl erfuhr bei ihrem Bosnien-Besuch, dass diese Aussagen nur in Österreich Wellen schlagen. Aus dem Ausland höre sie keine Beschwerden, was wiederum bosnische Journalisten dem Kurier bestätigten.

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