Die „Tafeln“ verteilen gespendete Lebensmittel an Bedürftige. In Essen beträgt der Ausländeranteil unter den Kunden schon 75 Prozent.

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Zu hoher Ausländeranteil: Essener Tafel verteilt Lebensmittel vorerst wieder nur an Deutsche

In Deutschland hat die Einwanderungspolitik der CDU-Kanzlerin Angela Merkel nun dazu geführt, dass ausgerechnet der soziale Verein „Essener Tafel“ Migranten aussperrt. Vereinschef Jörg Sartor beschloss, Lebensmittel nur noch an Deutsche auszugeben.

„Tafeln“: Vereine, die Lebensmittel an Bedürftige verteilen

Was sind so genannte „Tafeln“? So nennen sich Vereine, die an Bedürftige Lebensmittel verteilen. Lebensmittel, die sie beispielsweise von Supermärkten gespendet bekommen. Wer Kunde bei dieser Organisation werden will, muss seine Bedürftigkeit nachweisen, etwa über einen Hartz-IV-Bescheid. 930 solcher Tafeln gibt es derzeit in Deutschland, aber eine sorgt derzeit landesweit für Schlagzeilen: Die Essener Tafel.

Ausländerquote auf 75 Prozent angestiegen

Vereinschef Jörg Sartor griff nämlich zu einer ungewöhnlichen Maßnahme und schloss vorerst Migranten als Kunden aus. In Essen war die Ausländerquote der Tafel-Besucher nämlich auf 75 Prozent angestiegen. In der Welt spricht Sartor von einem „Verdrängungsprozess“: Frauen, „die deutsche Oma und die Alleinerziehende“ hätten sich zuletzt unwohl gefühlt durch die Zahl ausländischer Männer, teilweise sei auch gedrängelt worden.

Es gehe dem Verein um ein ausgewogenes Verhältnis, sagt Sartor gegenüber der Welt, in der der Vereinsobmann heftiger Kritik ausgesetzt ist.

Kritik von Tafel-Landesverbänden und Grünen

Die Landesverbände der Tafeln in Niedersachsen, Bremen, Hessen und Thüringen distanzierten sich vom Vereinsbeschluss in Essen. Der Thüringer Landesvorsitzende Nico Schäfer etwa meint:

Wir sind für alle Bedürftigen da, egal, welche Hautfarbe oder Nationalität sie haben.

Die Welt zitierte in diesem Zusammenhang auch den Grünen Bundestagsabgeordneten Kai Gehring. Seiner Ansicht nach widerspreche es den Grundsätzen der Tafeln in Deutschland, die Essensvergabe an die Staatsangehörigkeit zu koppeln.

Vereinschef wehrt sich gegen Vorwurf der Ausländerfeindlichkeit

Ausländerfeindlichkeit will sich Jörg Sartor aber nicht vorwerfen lassen, weshalb er der Kritik – ebenfalls in der Welt – folgendermaßen entgegnet:

„Seit 23 Jahren gibt es die Essener Tafel, und seit 23 Jahren haben wir bei unseren Kunden einen Ausländeranteil von 40 Prozent gehabt, deutlich höher als der Anteil in der Bevölkerung“, entgegnet Sartor auf solche Kritik. Die Tafel beliefere außerdem 121 soziale Einrichtungen in der Stadt mit Lebensmitteln, der Ausländeranteil liege oft bei 90 Prozent, 60.000 Menschen würden pro Woche versorgt.

Sartor rechnet vor: Es gebe in der Stadt Essen etwa 100.000 Menschen, die Hartz IV, Wohngeld oder Grundsicherung bezögen und eine Berechtigung besäßen, zur Tafel zu kommen. Doch die Kapazitäten reichen nur für eine wöchentliche Versorgung von 6000 Menschen.

Verfügung gilt, bis ausgewogenes Verhältnis erreicht wird

Die Verfügung des Vereins in Essen, dass vorerst nur noch neue Kunden mit deutschem Pass nachrücken, sobald jemand unter 60 Jahren nach einem Jahr seine Lebensmittelkarte wieder abgeben muss, soll fallen, wenn wieder ein ausgewogenes Verhältnis Deutsche zu Nicht-Deutschen erreicht sei.

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