Auftritt "Im Zentrum": So wollte Großverdiener Alexander Wrabetz seine Haut retten!

ORF-General Wrabetz regt sich über "scharfe Angriffe auf den ORF" auf, über eigene Fehler wird aber geschwiegen. Foto: Franz Johann Morgenbesser / Wikimedia CC BY-SA 2.0
ORF-General Wrabetz regt sich über "scharfe Angriffe auf den ORF" auf, über eigene Fehler wird aber geschwiegen.
Foto: Franz Johann Morgenbesser / Wikimedia CC BY-SA 2.0
6. März 2018 - 15:30

Wer mehr verdient als der österreichische Bundeskanzler, der pro Monat 22.217, 80 Euro bekommt, und auch viel mehr verdient als der österreichische Bundespräsident mit einem Gehalt von 24.883,90 Euro, der will seinen Job freilich mit allen Mitteln retten. Die Rede ist von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, der von SPÖ-Gnaden zum Vielverdiener avancierte.

Wrabetz-Gehalt höher als jenes des Bundeskanzlers

In der Tageszeitung Österreich meinte FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky zum Wrabetz-Gehalt: "Der verdient doppelt so viel wie der Bundeskanzler." Dass die Freiheitlichen daher laut darüber nachdenken, nicht nur bei den Gebühren, sondern auch bei den Löhnen des ORF abzuspecken, wird jeder als legitim erachten.

Was aber machen Wrabetz & Co.? Sie inszenieren in der ORF-Sendung "Im Zentrum" eine Show für das eigene Unternehmen, bei der Moderator Tarek Leitner (bekannt geworden durch das Urlaubsfoto mit Ex-SPÖ-Kanzler Christian Kern) über "scharfe Angriffe der Regierung gegen den ORF" schwadronieren durfte. Passend dazu wurde die Aschermittwoch-Rede von FPÖ-Parteichef HC Strache eingespielt, in der er abermals die Abschaffung der GIS-Gebühren in den Raum stellte.

Musterbeispiel einseitiger ORF-Berichterstattung

Das war ein Musterbeispiel von einseitiger ORF-Berichterstattung. Denn mit keiner Silbe wurde erwähnt, was HC Strache derart auf die Palme brachte.

• Kein Wort wurde verloren über die Falschmeldung in einer ZIB-Sendung, in der von einer Anklage wegen Amtsmissbrauchs gegen Ex-Landeshauptmann Gerhard Dörfler berichtet wurde.

• Keine Erwähnung fand der Skandal des ORF-Tirol, wo durch Manipulation eines Beitrages FPÖ-Obmann Markus Abwerzger in Nazi-Nähe gerückt wurde.

• Und überhaupt nicht zur Sprache kam, dass ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz persönlich ein Twitter-"Like" ausgerechnet unter einem Beitrag setzte, der FPÖ-Politiker mit NS-Verbrechern vergleicht.

Keine Tauschgeschäfte mit der Regierung

Jetzt einmal angenommen, das alles würde der ORF nicht den Freiheitlichen antun, sondern den Sozialdemokraten und Christian Kern. Was wäre da wohl die Konsequenz? Würde Wrabetz sein Twitter-"Like", das er angeblich unabsichtlich - wie er es der Kronen Zeitung erklärte - machte, überleben? Das sind natürlich rein rhetorische Fragen.

Im Lichte dieser Ereignisse wundern sich Tarek Leitner und Alexander Wrabetz, dass es Kritik am ORF gibt. Ihr Versuch, in der Sendung "Im Zentrum" für den ORF Eindruck zu schinden, ging zudem total nach hinten los. Denn ihre (altbekannten) Argumente verpufften im Diskurs mit Servus-TV-Moderator Michael Fleischhacker. Dieser blattelte vor allem den ORF-Generaldirektor immer wieder auf, zum Beispiel bei seiner Behauptung über nicht stattgefundene Tauschgeschäfte mit der Regierung.

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