Gehört Drogenkonsum bei SPÖ-Jugendorganisationen zum guten Ton?

Bild: Mariano.ramosntic / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Jugendliche begannen ihre Drogenkarriere in Welser SPÖ-Parteilokal

Für Aufregung sorgt ein Drogenskandal im Umfeld der Welser SPÖ. In einem SPÖ-Jugendtreff sollen Jugendliche zum Drogenkonsum angeleitet worden sein. Auch zu Drogenhandel soll es dort gekommen sein. Die FPÖ fordert Aufklärung und Konsequenzen.

Drogenhändler brachten Stein ins Rollen

Die Landespolizeidirektion Oberösterreich veröffentlichte am letzten Dienstag eine Presseaussendung, wonach im vergangenen Jahr umfangreiche Ermittlungen gegen eine größere Anzahl von Drogenhändlern sowie Abnehmern geführt worden waren, die mittlerweile auch rechtskräftig verurteilt wurden. Im Zuge dieser Ermittlungen stellte sich laut Polizeibericht heraus, dass der überwiegende Teil der ausgeforschten, vor allem österreichischen Konsumenten sowie teilweise späteren Großdealer ihre ersten Erfahrungen mit Drogen in den Jahren 2014 und 2015 in einem Jugendtreff gemacht hatten. Bei diesem Jugendtreff handelte es um Räumlichkeiten der SPÖ, welche zu dieser Zeit der Sozialistischen Jugend (SJ) und der „Aktion kritischer Schüler“ (AKS) zur Verfügung gestanden waren.

Einstieg ins Drogenmilieu

Laut den Angaben mehrerer Beschuldigter konnten die zum damaligen Zeitpunkt 14- bis 16-jährigen Jugendlichen in den Räumlichkeiten Marihuana konsumieren. Teilweise sollen die Jugendlichen sogar von den anwesenden Aufsichtspersonen dazu aufgefordert worden sein, Marihuana zu probieren. Auch die ersten „Gehversuche“ als Kleindealer sollen unter Duldung der erwachsenen Aufsichtspersonen in dem Jugendtreff stattgefunden haben.

Haben Verantwortliche von nichts gewusst?

Das müsse den Menschen jemand erklären, dass die SPÖ-Wels oder gar darüber hinaus von einem jahrelangen Drogenkonsum in ihrem Welser Parteiheim nichts gewusst haben will, kritisiert FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky in einer Stellungnahme die SPÖ-Verteidigungsstrategie. Zumal es sich laut Medien und dem Polizeibericht um ihre eigene Jugend- und Schülergruppe mitsamt deren Aufsichtspersonen gehandelt habe. Eine Partei, in deren Räumlichkeiten jahrelanger Drogenmissbrauch und Drogenhandel möglich war, sei in unserer Gesellschaft untragbar.

Die SPÖ-Landesgeschäftsführerin fordert der freiheitliche Generalsekretär zum Rücktritt auf. Denn, laut gängiger SPÖ-Diktion müsse ja jeder Obmann haargenau wissen, was sich denn in den Vereinsräumlichkeiten befindet und abspielt, so Vilimsky in Anspielung auf den „Liederbuchskandal“, der zum Rücktritt des freiheitlichen Landtagsabgeordneten Udo Landbauer geführt hatte.

SP-Stadelbauer: Fall hat nichts mit SPÖ zu tun

Völlig unwissend gibt sich die von Harald Vilimsky kritisierte SP-Landesgeschäftsführerin Bettina Stadlbauer. Sie weist die Vorwürfe gegen ihre Partei zurück, die SPÖ habe mit dem Kriminalfall nichts zu tun.

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