Ökonom Hans-Werner Sinn glaubt, dass FDP-Lindner wegen Macron verhindert wurde.

Bild: blu-news.org - Hans Werner Sinn / Wikimedia CC BY-SA 2.0
Ökonom Sinn bei „Lanz“: FDP-Lindner in der Regierung wäre politisches Aus für Macron

Viele haben dem FDP-Chef Christian Lindner den schwarzen Peter für das Scheitern der Jamaika-Koalition zwischen CDU, CSU, FDP und Grünen zugeschoben. Im der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ wehrte sich Lindner gegen diese Vorwürfe. Was aber wirklich überraschte: Ökonom Hans-Werner Sinn ließ mit seiner These aufhorchen, dass Lindner wegen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron verhindert werden musste.

Macron will alles zentralisieren

Laut Sinn würde die politische Einstellung von Christian Lindner diametral zu jener von Emmanuel Macron stehen. Während Macron alles in Europa zentralisieren wolle, zum Beispiel mit einem europäischen Finanzminister, würde Lindner eine andere Strategie verfolgen. Nach Meinung von Lindner müsse jedes Mitglied der EU finanzpolitisch eigenständig sein. War diese Einstellung in der künftigen deutschen Regierung nicht erwünscht?

Vier Wochen lang wurde nicht verhandelt

Interessant, dass dieser Aspekt in der nachfolgenden medialen Berichterstattung überhaupt keinen Niederschlag fand. Dieser Umstand („Die Information habe ich von ausländischen Freunden,“ so Sinn) würde aber erklären, was Christian Lindner bei Markus Lanz zu Protokoll gab:

In Wahrheit wurde vier Wochen lang nicht verhandelt, es wurde nur immer aufgeschrieben, was uns trennt. Es ist während der Gesprächsrunden immer nur darum gegangen, Papiere aufzuschreiben, in denen nichts drin steht.

Schulden nicht vergemeinschaften

Schulden sollten laut Lindner nicht vergemeinschaftet werden. Bayern übernehme ja schließlich auch nicht die Schulden Nordrhein-Westfalens, so Lindner. Dies sei eine „Rote Linie“ für die Liberalen gewesen. Ein Kompromiss mit der Union bahnte sich Lindner nach an, da machte Merkel anscheinend in den letzten Stunden des letzten Verhandlungstages dieses Thema noch einmal auf und „holte die Position der Grünen ins Boot. Dadurch wurde die FDP hinausgedrängt“ so Lindner.

Das Erbe von Schäuble verspielt

Und dann sagte Lindner: „Ich wäre der Finanzminister gewesen, der in Brüssel das Erbe von Wolfgang Schäuble verspielt hat. Das war jetzt nicht die verlockendste Karriereperspektive.“

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