Das Zeichen für moslemische Einwanderung, das Kopftuch, spaltet die SPÖ in Wien weiter – neue Verteidigerin gewinnt Bezirksvorsteherposten.

Bild: JosvdV / pixabay.com
Neue Bezirksvorsteherin gegen Kopftuch-Verbot, Landesparteisekretärin teilweise dafür

Nach einer „überraschenden“ Kandidatur und Kampfabstimmung wird ab 25. Juni eine neue SPÖ-Bezirksvorsteherin den neunten Wiener Gemeindebezirk Alsergrund leiten: Die 33-jährige Saya Ahmad, Kurdin aus dem Irak, hatte den designierten und jahrelang aufgebauten Wiener Thomas Liebich ausgestochen.

Bei der Pressekonferenz am 21. März präsentierte die Neo-Bezirkschefin sich selbst und ihre Pläne.

Nach 100 Jahren roter Stadtregierung: Forderung nach leistbarem Wohnen

„Ich will eine Bezirksvorsteherin für alle sein“, sagte Saya Ahmad in ihrer ersten Pressekonferenz als gewählte Nachfolgerin der langjährigen Bezirksvorsteherin Martina Malyar. Dabei durften das konsequenzlose Bekenntnis nach leistbarem Wohnen nicht fehlen – und die Wiener fragen sich nach 100 Jahren roter Regierung, warum das Wohnen denn so teuer werden konnte und was die rot-grüne Landesregierung bisher dagegen unternommen hatte und unternehmen wird.

Bekenntnis zum Kopftuch

Während ihre Vorhaben der erneuten Aufstockung der Sozialbudgets und der digitalen Offensive wohl breite rote Zustimmung hervorrufen werden, sorgt Ahmad wohl für alten und neuen parteiinternen Zündstoff mit ihrer Ablehnung eines Kopftuch-Verbots und dem Bekenntnis zum Wahlrecht für Ausländer „zumindest auf regionaler Ebene“ – das heißt bei der nächsten Wien-Wahl wären nicht mehr wie im Jahr 2015 rund 1.140.000 autochthone Wiener und eingebürgerte Ausländer wahlberechtigt, sondern es würden wohl 1.600.000 über die Stadtregierung entscheiden – die autochthonen Wiener damit bald in der Minderheit, wie in den Schulen bereits heute Realität.

Neue Landesparteisekretärin gegen Kopftuch an Schulen

Hatte noch vor einem Monat die neue Wiener SPÖ-Landesparteisekretärin Barbara Novak für ein Kopftuchverbot an Schulen plädiert, so wird die Zurückdrängung des islamischen Einflusses durch die eigene Parteigenossin nun konterkariert.

Novak zeigt sich laut eigenen Angaben überzeugt, dass bei jungen Mädchen nur Zwang im Spiel sein könne, wenn sie ein Kopftuch tragen. Sie solidarisiere sich jedenfalls mit Musliminnen, die sich vom Kopftuch befreien würden, so die SPÖ-Politikerin.

Ihre Parteikollegin Ahmad sieht dies offenbar anders.

Kopftuch als Symbol des islamischen Einflusses

Die Politisierung des Kopftuchs ist ein Streit um den gewünschten oder eben nicht gewünschten Einfluss der Träger der orientalischen Religion in Österreich. Die beiden roten Parteidamen sind sich über den Islam und sein Platzgreifen in Wien offenbar nicht ganz einig und zeigen damit die Zerrissenheit der SPÖ in Wien.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: EASYATW1), ltd. Unzensuriert

Copy link