Christian Kern warb bei den Türken mit österreichischer Staatsbürgerschaft eifrig um Wählerstimmen. Nun entziehen sie ihm ihre „Liebe“.

Bild: SPÖ Presse und Kommunikation / Zach-Kiesling / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
„Schämt euch“: Austro-Türken drohen SPÖ mit Entzug der Wählerstimmen

In Österreich leben rund 360.000 Türken. Eine stattliche Zahl, die für Parteien vor allem als Wähler interessant sind. Bislang konnte sich die SPÖ auf ihre Austro-Türken immer verlassen, sonst wären die Wahlergebnisse noch desaströser gewesen. Bislang. Denn jetzt drohen sie den Roten ganz offen mit Liebesentzug.

Parlament verurteilt türkische Angriffe auf Afrin

Was ist passiert? Alle Parteien im österreichischen Parlament verurteilten die türkischen Angriffe im syrischen Afrin gegen die dortigen Kurden. Da konnte auch SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder nicht anders, als die Türkei zu ermahnen.

Man stelle sich vor: Da marschiert die türkische Armee ohne UNO-Beschluss so einfach in ein Nachbarland ein und säubert es von politisch unliebsamen Bewohnern. Die EU und die Welt schauen zu, von Sanktionen keine Rede.

EU-Spitze trifft Erdogan zu Beitrittsgesprächen

Im Gegenteil sogar: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk treffen Machthaber Recep Tayyip Erdogan in Bulgarien, um über eine Wiederbelebung des eingefrorenen Beitrittsprozesses der Türkei zur EU zu plaudern.

Kritik von den SPÖ-Freunden aus Österreich will die türkische Community da nicht hören und droht auf Facebook, das nächste Mal die Sozialdemokraten nicht zu wählen. „Schämt euch“ Schämt euch“ Schämt euch!,“ schreiben die Austro-Türken auf ihrer Facebook-Seite und machen auf die notwendige Wahlunterstützung für Kern und Co aufmerksam:

Die türkische Bevölkerung in Österreich wird wachsam sein und wieder bei der nächsten Wahl euch die richtige Antwort geben!

Kern warb um moslemisch-türkische Einwanderer

Verständlich, dass die türkische Community von der SPÖ enttäuscht ist. Christian Kern, damals noch Kanzler, warb einen Tag vor der vergangenen Nationalratswahl besonders um die Stimmen der moslemisch-türkischen Einwanderer, indem er ein türkisches Restaurant in Wien-Favoriten besuchte und dort eine Rede hielt.

Mit dabei waren auch der frühere SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christoph Matznetter, Omar Al-Rawi sowie Resul Ekrem Gönülta?. Besonders die Anwesenheit von Gönülta? ist auffällig, da dieser wegen seiner Nähe zu Milli Görü? schon öfter in der Kritik stand. Die Organisation Milli Görü? wird in Deutschland seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet.

Wahlkarten zentral bestellt und von islamischen Vereinen ausgefüllt

Das alles spielte für Kern bei der Wahlwerbung keine Rolle, auch nicht, dass Gönülta?, als er bei der Nationalratswahl 2013 für die SPÖ kandidierte, nach mehr als 12.700 Vorzugsstimmen der Manipulation bezichtigt wurde. Der damalige Grünen-Politiker Efgani Dönmez gab an, er habe Fotos erhalten, auf denen mehrere ausgefüllte Wahlkarten zu sehen waren. Er vermutete, die Wahlkarten seien zentral bestellt und dann von Funktionären islamischer Vereine ausgefüllt worden.

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