Stadträtin Sandra Frauenberger muss – wie ihre Vorgängerin Sonja Wehsely (beide SPÖ) – auch den Hut nehmen, will den Wienern aber weiterhin als Gemeinderätin erhalten bleiben.

Bild: SPÖ Presse und Kommunikation / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Tochter des „Fehlplaners“ vom Krankenhaus Nord ist Vizechefin des zuständigen Stadtratbüros

Fehlplanung, Misswirtschaft und Esoterik-Schmarrn – fehlt nur noch Freunderlwirtschaft im Skandal um das Krankenhaus Nord in Wien-Floridsdorf. Fehlt? Nein, laut Tageszeitung Österreich ist die Tochter des KH-Nord-Architekten Albert Wimmer, Laura, an neuralgischer Stelle im Büro der Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger tätig. Und die Frau des mutmaßlichen Fehlplaners des Spitals, Beate Wimmer-Puchinger, soll bis 2016 Frauengesundheitsbeauftragte der Stadt Wien gewesen sein.

Rote Schuldenmacher-Politik

Will man den Sumpf, der sich im Wiener Rathaus durch jahrzehntelange SPÖ-Herrschaft gebildet hat,  trocken legen, müsste es wohl einen großen politischen Wechsel geben. Sandra Frauenberger, die jetzt nach einer Pleiten-, Pech- und Pannenserie als Gesundheitsstadträtin zurücktritt, aber weiterhin ein hohes Gehalt als Gemeinderätin einstreifen möchte, ist in Wirklichkeit ja nur ein Bauernopfer der roten Schuldenmacher-Politik.

Saftige Schadenersatzklage gegen Architekten

Es schlägt dem Fass den Boden aus, wenn man einerseits zu hören bekommt, dass der Krankenanstaltenverbund (KAV) auf Druck des Rechungshofes eine saftige Schadenersatzklage gegen Architekt Wimmer anstrengt (angeblich geht es um mehr als 30 Millionen Euro), und andererseits plötzlich aufgedeckt wird, dass dieser Mann mit Entscheidungsträgern im Wiener Rathaus sogar familiär vernetzt ist. Pikant: Tochter Laura Wimmer ist immerhin Vizechefin des Frauenberger-Büros.

Größeres finanzielles Fiasko als ohnehin angenommen

Wenn Frauenberger nun behauptet, Laura Wimmer hätte nie etwas mit dem Krankenhaus Nord zu tun gehabt und sie wäre schon 2011, also lange bevor sie, Frauenberger, Gesundheitsstadträtin wurde, in deren Büro tätig gewesen, ist das zwar zur Kenntnis zu nehmen, vertrauensbildend ist es aber nicht.

Faktum jedenfalls ist, dass das Krankenhaus Nord ein größeres finanzielles Fiasko wird, als ohnehin angenommen. Ursprünglich mit 825 Millionen Euro veranschlagt, explodierten die Kosten auf mittlerweile mehr als 1,5 Milliarden Euro. Am Ende, schätzen Insider, werde man auf das Doppelte jener Summe kommen, mit der man das Spital einst beim Steuerzahler bewarb.

Auch beim Hauptbahnhof Wien grob verschätzt

Nichts Neues bei Architekt Albert Wimmer, bei dem neben dem Krankenhaus Nord auch den Wiener Hauptbahnhof in seiner Referenzliste zu finden ist. Und siehe da, auch bei diesem ÖBB-Prestigeprojekt hatte sich der Planer – gelinde ausgedrückt – grob verschätzt. Das Verkehrsbauwerk sollte 420 Millionen Euro kosten und kam am Ende nicht einmal mit einer Milliarde Euro aus.

In der Tageszeitung Die Presse nannte der Projektleiter des Hauptbahnhofs Wien, Karl-Johann Hartig, die Gründe für die massive Verteuerung: 120 Millionen wären demnach durch die stärkere Inflation verursacht, 60 Millionen durch falsche Schätzungen(!), unerwartete Erschwernisse und Schlechtwetter.

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