“Fideles Negerwerfen”: Jahrmarkt macht Besuchern schlechtes Gewissen – Unzensuriert

Symboldbild: Das Volksfest in Kommern darf nicht lustig sein, eine Schaubude erinnert die Besucher an ihre Schuld von 1904.

Foto: Bild: Vanellus / wikimedia.org (CC-BY-SA-4.0,3.0,2.5,2.0,1.0)
“Fideles Negerwerfen”: Jahrmarkt macht Besuchern schlechtes Gewissen

Er wird lange erwartet und verspricht Groß und Klein eine lustige Abwechslung vom oft so tristen Alltag. Der historische Jahrmarkt in Kommern lockt auch heuer wieder tausende Besucher an. Doch diesmal gibt es neben dem Ringelspiel, Zuckerwatte und Schießbuden auch gleich noch eine geschichtliche Belehrung gratis dazu. Eine Jahrmarktbude mit der Aufschrift “Fideles Negerwerfen” ist nämlich keine Attraktion (zumindest nicht mehr), sondern vielmehr ein Mahnmal gegen Rassismus.

Jahrmarkt darf nicht lustig sein

Ausgerechnet dort wo die Menschen einfach vergnügt sein wollen und einige Zeit ohne politische Beeinflussung sowie linkes und rechtes Denken verbringen wollen,  steht eine Bude mit zwei afrikanischen Köpfen darauf. Das “fidele Negerwerfen” war ein zur Kaiserzeit beliebtes Spiel beim Volksfest und wurde bald aus Pietätsgründen eingestellt. Nun sollte eine stillgelegte Schaubude an das Massaker des Herero-Stammes erinnern. Was mit diesem Stamm geschehen ist und was ausgerechnet den Deutschen Schuld bereiten sollte, erzählt eine Tafel im Inneren des Marktstandes.

“Es geschah 1904 unter der deutschen Kolonialherrschaft”, lässt der Stern bedeutungsschwanger anklingen. Wer es genauer wissen will, muss dann doch nach Nordrhein-Westfalen fahren oder einfach sein Internet bemühen und sich die übrige Zeit auf dem Jahrmarkt mit fröhlicheren Angelegenheiten vertreiben.

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