Wien: Häupl und Czernohorszky lehnen schulische Förderpläne für Ausländer ab | Unzensuriert.at

Wien: Häupl und Czernohorszky lehnen schulische Förderpläne für Ausländer ab

Deutschförderklassen: Kinder mit Deutsch-Defiziten werden ab Herbst in einem Großteil der Fächer vom Rest der Klasse getrennt, damit die anderen Schüler nicht behindert werden. Foto: Martin Kraft / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Deutschförderklassen: Kinder mit Deutsch-Defiziten werden ab Herbst in einem Großteil der Fächer vom Rest der Klasse getrennt, damit die anderen Schüler nicht behindert werden.
Foto: Martin Kraft / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Wie die Sonderauswertung der Ergebnisse der Pisa-Studie 2015 bestätigt, sind die Leistungen von Schülern mit Migrationshintergrund deutlich schlechter als von inländischen. So ist der Anteil an besonders leistungsschwachen Kindern unter den fremden Schülern etwa zweieinhalb Mal so hoch wie bei deutschen Schülern.

Mangelnde Leistung führt immer dazu, dass das Gesamtergebnis sinkt, was für den Wirtschaftsstandort Österreich, der von seinen Arbeitsleistungen und nicht von Bodenschätzen lebt, langfristig gravierende negative Folgen haben wird. Um den Lernfortschritt der inländischen und leistungsstarken Schüler nicht länger zu behindern, führt die schwarz-blaue Regierung sogenannte Deutschförderklassen ein.

Deutschförderklasse: Gemeinsamer Unterricht für 6- bis 10-Jährige und 11- bis 14-Jährige

Schulen müssen ab Herbst eine Deutschförderklasse einrichten, sobald es sechs Schüler mit starken Deutsch-Defiziten gibt. Die 6- bis 10-Jährigen und 11- bis 14-Jährigen dürfen jeweils gemeinsam unterrichtet werden. Wenn möglich, sind jedoch Klassen mit Gleichaltrigen zu bevorzugen. Beide Altersgruppen erhalten eigene Lehrpläne.

Für die 6- bis 10-Jährigen sind 15 Wochenstunden intensives Sprachtraining vorgesehen, für die 11- bis 14-Jährigen 20 Wochenstunden.

Übertritt in Regelunterricht erst nach Sprachtest möglich

Die Schüler der Deutschförderklassen sollen außerdem an bestimmten Aktivitäten des Regelunterrichts teilnehmen, zum Beispiel am Turnunterricht und an Ausflügen.

Die Deutschförderklassen sind darauf ausgelegt, dass die Schüler nach einem Semester ausreichend Deutsch für den Regelunterricht können. Vor dem Übertritt in den Regelunterricht ist ein Sprachtest zu absolvieren. Wer diesen nicht besteht, muss weiter die Deutschförderklasse besuchen, jedoch maximal vier Semester lang.

SPÖ: Immer auf Seite der Einwanderer

Noch-Bürgermeister Michael Häupl und Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky mokierten sich am 10. April über die Pläne von Bildungsminister Heinz Faßmann zu den Deutschklassen. Sie seien pädagogisch widersinnig, führten dazu, dass bestehende Klassen zerrissen werden, und stellten Direktoren vor unlösbare Aufgaben.

Häupl entdeckt also sein Herz für die Direktoren, wo er doch noch vor drei Jahren die Leistung der Lehrer herabwürdigte, weil, wenn er „22 Stunden in der Woche“ arbeitete, wäre er „Dienstagmittag fertig“.

Für Czernohorszky ist „dieser Entwurf undurchführbar", weil er „Schwierigkeiten“ für die Verwaltung, Lehrer und Schüler bedeute. Auch die Kosten seien beträchtlich. Die SPÖ-Wien hat zudem verfassungsrechtliche Bedenken: Der Bund dürfe nur den Rahmen bei Pflichtschulen vorgeben. Die Ausgestaltungskompetenz aber liege bei den Ländern und werde mit der Maßnahme beschnitten.

Häupl und Czernohorszky: Schulleistung weiterhin kein Thema

Häupl und Czernohorszky bedauern außerdem die Migrantenkinder, weil „bestehende Klassengemeinschaften zerrissen“ würden. Kein Wort von der SPÖ dazu, dass Schule zum Lernen da ist und es nicht darum geht, ein Wohlfühlklima zu schaffen sondern ein Klima, in dem bestmöglich gelernt werden kann. Und wenn mehrere Schüler ohne Sprachkenntnisse im Klassenraum sitzen, ist ein ergebnisorientierter Unterricht nicht mehr möglich.

Damit positioniert sich die SPÖ einmal mehr als Migrantenversteher und Fürsorger für Einwanderer. Die inländischen Kinder sowie das grundsätzliche Lernergebnis sind ihr offenbar nicht wichtig.

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