Ein mutmaßlicher Korruptionsskandal im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sorgt für Schlagzeilen.

Bild: BAMF / Wikimedia gemeinfrei
Leitende Beamtin soll in Bremen illegal 1.200 Asylanträge genehmigt haben

In Bremen steht die Leiterin einer Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im Verdacht, 1.200 Asylanträge ohne rechtliche Grundlage genehmigt zu haben. Sie wurde mittlerweile vom Dienst suspendiert.

Beamtin unter Korruptionsverdacht

Laut Berichten des Norddeutschen Rundfunks NDR und der Süddeutschen Zeitung ermittelt die Bremer Staatsanwaltschaft gegen die BAMF-Mitarbeiterin, drei Rechtsanwälte aus Bremen, Oldenburg und Hildesheim und einen Dolmetscher. Die Beamtin steht unter Korruptionsverdacht und soll für ihre Dienste zumindest Zuwendungen, etwa in Form von Restaurant-Einladungen, erhalten haben. Ob auch Geldbeträge geflossen sind, ist noch nicht geklärt. In Bremen und Niedersachsen kam es in den letzten Tagen bereits zu Hausdurchsuchungen.

Asylwerber mit Bussen nach Bremen gekarrt

Mutmaßlich organisiert wurde das kriminelle Treiben von besagten Rechtsanwälten, die teilweise Asylwerber sogar per Reisebussen aus anderen Bundesländern nach Bremen verbracht haben sollen, um sie dort ihrer Komplicin zuzuführen, die dann ihrerseits für die Genehmigung der Asylanträge sorgte, obwohl Bremen für die Bearbeitung der Anträge formal nicht zuständig war.

Bereits im September 2016 sollen dem niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius Unregelmäßigkeiten aufgefallen sein, die er dem  damaligen Chef des BAMF zur Kenntnis brachte. Es wird vermutet, dass dies der Ausgangspunkt für die Ermittlungen war, die nun zum Platzen des Skandals führten.

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