Beim „Singen für Flüchtlinge“ erschien keiner von ihnen, die Gutmenschen sangen trotzdem.

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Peinliches „Singen für Flüchtlinge“ – nur, „Schutzsuchende“ erschienen leider nicht

Eine Peinlichkeit, die nur noch schwer zu übertreffen ist, ging am 10. April in Stuttgart-Möhringen über die Bühne. Oder auch nicht. Denn dort sollten „Flüchtlinge“ gemeinsam mit Einheimischen singen. Das „Willkommenscafé“ in Stuttgart veranstaltete  – naiv-gut gemeint – einen „bunten“ Liedernachmittag. Der „Internationale Chor“ stand bereit, eingeladen waren Migranten aus drei Unterkünften. Der Schönheitsfehler dabei: Allein, die Herrschaften erschienen nicht. Kein Einziger.

Dabei gab man sich so viel Mühe, konnte man in der Welt lesen. Eine Broschüre wurde sogar gedruckt und die Einladungen gingen gleich an drei Flüchtlingsunterkünfte. Ein paar der „Flüchtlinge“ hätten immerhin bereits mündlich zugesagt, sagte der Veranstalter der Stuttgarter Zeitung.

Gutmenschen singen alleine – Veranstalter geben sich selber Schuld

Und damit die mühevollen Vorbereitungen nicht gänzlich umsonst waren und man sich die gute Laune nicht verderben lassen wollte, sangen alle gemeinsam einen Kanon auf die altbekannte Melodie „Bruder Jakob“. Der Text wurde umgeschrieben, sodass man mit seiner Hilfe ein paar Wörter Arabisch lernen konnte. Arabisch hätte der Singkreis wohl besser vorher lernen sollen, denn, so erklärt der Veranstalter Klaus Eberle: „Die Broschüre war nur auf Deutsch verfasst, vielleicht war das ein Fehler.“

Konzept muss überdacht werden, neue „Veranstaltungen“ geplant

Für das nächste Mal müsse man das Konzept überdenken, so Eberle. Und Simone Jackel, die Leiterin des „Internationalen Chors“, hatte da auch gleich einen Vorschlag: „Wir sind schon direkt in die Flüchtlingsheime und haben dort gesungen.“ Auch sie findet es schade, dass kein Flüchtling der Einladung gefolgt ist. „Aber wir müssen eben andere Wege finden“, liest man in der Welt.

Und wie können diese anderen Wege wohl aussehen? Da hilft uns wieder Eberle weiter und so sagt er (und bitte das ist keine Witz): „Vielleicht hätte man die Flüchtlinge an die Hand nehmen und mit ihnen hierher gehen müssen“.

„Flüchtlinge“ interessiert gutmenschliche Willkommenskultur nicht

Man kann wohl getrost davon ausgehen, dass sogenannte „Flüchtlinge“ nicht durch mehrere sichere Drittstaaten zur Wunschdestination Deutschland gereist sind, um dann händchenhaltend mit Gutmenschen den Kanon „Bruder Jakob“ zu intonieren. Auch ein wöchentliches Treffen, bei dem man miteinander ins Gespräch kommen hätte können, verlief im Sand. „Irgendwann ist das Interesse daran aber gebröckelt, sodass es sich nicht mehr gelohnt hat, sich dafür jeden Dienstag zu treffen“, so Eberle in der Stuttgarter Zeitung.

Weder Kontakte noch Deutsch lernen erwünscht

Ein neues Konzept musste her: Unter demselben Namen lud man nun dazu ein, die deutsche Sprache zu üben. Aber auch dafür hielt sich das Interesse in Grenzen. Und Chorleiterin Jackel hatte da deshalb die Lösung parat, nämlich die Menschen mit Hilfe von Musik zusammenzubringen: „Wir sind eine Welt, und ich finde, es ist wichtig, Wege zu finden, in Kontakt zu kommen“, sagt sie. Und in diesem Sinne wechselten die Sänger dann den Ort ihrer flüchtlingslosen, musikalischen Darbietungen und gaben weitere Lieder bei strahlendem Sonnenschein an der frischen Luft zum Besten. Naiver können Träumer wohl kaum agieren.

Sicherheitskonzept wegen Flüchtlingen

Vielleicht sollten es die Sangesfreudigen am Sigmaringer Bahnhof probieren, wo sich die Straftaten von „Flüchtlingen“ häuften, sodass dort mit 20. April ein Sicherheitskonzept, das sich „auf Flüchtlinge konzentriert“, eingeführt werden musste. Oder müssen dann die naiven Träumer das Läuten hören, wenn sie „Bruder Jakob“ singen?

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