Urne von Haider soll in Gefängniszelle: Autor sorgt bei Festakt für Eklat

Josef Winklers Festrede zu "500 Jahre Stadt Klagenfurt" geriet zur Abrechnung mit Jörg Haider. Foto: Manfred Werner - Tsui - Own work / Wikimedia CC BY-SA 3.0
Josef Winklers Festrede zu "500 Jahre Stadt Klagenfurt" geriet zur Abrechnung mit Jörg Haider.
Foto: Manfred Werner - Tsui - Own work / Wikimedia CC BY-SA 3.0
24. April 2018 - 19:30

„500 Jahre Stadt Klagenfurt“ – das war am Dienstagvormittag der Anlass für einen Festakt im Wappensaal des Landhauses, wo der Schriftsteller Josef Winkler eine Festrede hielt und für einen Eklat sorgte.

Überdimensioniertes Stadion

Winkler kritisierte den früheren Landeshauptmann Jörg Haider, der 2008 bei einem Autounfall ums Leben kam, wegen des seiner Meinung nach überdimensionierten Stadions, das noch immer jährlich viele Millionen verschlinge. Auf der anderen Seite fehle das Geld für die Kunst und Kultur. Winkler kritisierte heftig, dass Klagenfurt keine Stadtbibliothek habe.

Dritter Landtagspräsident verließ Feierlichkeiten

Das war für die Gäste ja noch auszuhalten, aber dann verlor sich der Festredner Winkler ins Pietätlose, als er sagte, die Urne von Jörg Haider müsse in eine bewachte Gefängniszelle verlegt werden.

Winkler begründete seine ziemlich wirre Forderung damit, dass Haider sonst wie Phoenix aus der Asche emporsteigen und für ein blaues Wunder sorgen könnte.

Hier sehen Sie die Ansprache von Josef Winkler.

Das sorgte für Raunen unter den Gästen. Für den dritten Landtagspräsidenten Josef Lobnig von der FPÖ ging Winkler damit zu weit. Er verließ daraufhin die Feierlichkeiten.

Der SPÖ gefiel der Angriff auf den toten Jörg Haider offenbar. Klagenfurts rote Bürgermeisterin, Maria Luise Mathiaschitz, meinte, dass bei so einem Festakt auch eine kritische Stimme Platz haben müsse.

 6.600 Euro jährliche Staatssubvention

Die im Oktober abgewählten roten Kulturminister sponserten den "armen" Künstler jährlich mit 6.600 Euro. Nachzulesen in den Kunstberichten des Ministeriums.

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