Nach Söders Kreuz-Aktion: Mitbrüderliche Ohrfeige für politisch korrekte Kardinäle | Unzensuriert.at

Nach Söders Kreuz-Aktion: Mitbrüderliche Ohrfeige für politisch korrekte Kardinäle

Übt Kritik an allzu politisch korrekten Kardinälen: Peter Stephan Zurbriggen, Vertreter des Heiligen Stuhls in Österreich, hier mit Kardinal Christoph Schönborn (l.). Foto: János Korom Dr. / wikimedia.org (CC-BY-SA-2.0)
Übt Kritik an allzu politisch korrekten Kardinälen: Peter Stephan Zurbriggen, Vertreter des Heiligen Stuhls in Österreich, hier mit Kardinal Christoph Schönborn (l.).
Foto: János Korom Dr. / wikimedia.org (CC-BY-SA-2.0)

Man kann vom Vorstoß Markus Söders und seiner CSU-Staatsregierung für Kreuze in öffentlichen Einrichtungen und die damit wohl bei Heinz-Christian Strache und vermutlich auch etwas bei Matteo Salvini gemachte Anleihe im einzelnen Unterschiedliches meinen, wirklich überraschend, um es milde ausdrücken, ist die Reaktion diverser Kirchenleute.

Kardinal Marx sieht "Spaltung, Unruhe, Gegeneinander"

Ereifert sich doch tatsächlich der Erzbischof von München–Freising und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, allen Ernstes gegen den Beschluss der bayerischen Staatsregierung: Der Beschluss der bekanntlich doch mit demokratischer Mehrheit gewählten Staatsregierung bringe „Spaltung, Unruhe, Gegeneinander“.

Mit solch heftigen Attacken steht der Kirchenfürst mit dem sinnigen Familiennamen Marx bei „politisch-korrekten“ Theologen, anders gesagt bei Kirchenfunktionären „im Geiste des II. Vatikanischen Konzils“, nicht allein. Natürlich ließen Vertreter der stärksten Partei im Freistaat sowie ihrer Schwesterpartei, der scheinbar doch noch nicht ganz merkelianisierten CDU, solche Anwürfe nicht einfach auf sich sitzen.

Päpstlicher Nuntius liest "Mitbrüdern" die Leviten

Deftige Schützenhilfe bekamen nun Söder & Co. und damit letztlich auch Straches FPÖ und Salvini mit seiner weiter aufstrebenden Lega von höchst klerikaler Seite. Der Nuntius des Heiligen Stuhls in Österreich, Peter Stephan Zurbriggen, äußerte bei einem Vortrag im weltberühmten Stift Heiligenkreuz  heftige Kritik an den „Mitbrüdern“ in der Bundesrepublik. Unter anderem meinte Zurbriggen dazu sinnigerweise im Rahmen von „Tag des Dankes“ an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI.:

Also wissen Sie, als Nuntius, als Vertreter des Heiligen Vaters, bin ich schon traurig und beschämt, dass, wenn in einem Nachbarland Kreuze errichtet werden, ausgerechnet Bischöfe und Priester kritisieren müssen. Das ist eine Schande! Das darf man nicht annehmen!

"Theologische Correctness geht mir auf die Nerven"

Zugleich erneuerte der päpstliche Spitzendiplomat seine schon vorher deutlich geäußerte Kritik am Entfernen der Kreuze in den von der katholisch-theologischen Fakultät benutzen Räumlichkeiten an der Universität Wien:

Diese theologische Correctness, diese politische, geht mir langsam auf den Nerv.

Zugleich kritisierte er deutlich den zurückliegenden Auftritt von Kardinal Marx und des Chefs der Evangelischen Kirche Deutschlands, Heinrich Bedford-Strohm, im Heiligen Land, bei dem diese beiden hochbezahlten „Oberchristen“ in Jerusalem ausdrücklich das Kreuz in aller Öffentlichkeit zu tragen ablehnten, um ja nicht etwa bei Moslems Missfallen zu erregen.

Herbe Kritik an Kreuzverweigerung in Jerusalem

Dieser kaum glaubliche Vorgang war seinerzeit sogar von jüdischer Seite kritisiert worden, mitunter in regelrecht heftigen Worten. Der wackere Nuntius des Heiligen Stuhles in Österreich meinte nun dazu:

Wenn diese ins Heilige Land pilgern und sich schämen, das Kreuz zu tragen aus irgendwelchen Gründen, dann beschämt mich das auch . . .

Die Worte von Nuntius Zurbriggen wiegen umso schwerer, als dieser bekanntlich zugleich der Doyen des Diplomatischen Corps bei der Österreichischen Regierung ist.

Auch Strache bekam wegen Kreuz Schelte - von Kardinal Schönborn

Seine Worte kann man auch als - zumindest indirekte - Kritik an dem immer wieder um "politische Korrektheit" bemühten Kardinal Christoph Schönborn sehen, hatte dieser doch seinerzeit heftige Kritik am jetzigen Vizekanzler HC Strache geübt, als dieser es tatsächlich gewagt hatte, mit dem Kreuz in der Hand für das christliche Erbe aufzutreten.

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